Die kleine Gasse wird für Wienerinnen und Wiener zur Kriminalfalle

Floridsdorfer parken ihre Autos seit Jahren in einer Gasse. Sie werden jetzt bestraft. Der Grund: ein Gesetz, das fast niemand kennt.

In der Arnoldgasse, dem 21. Wiener Gemeindebezirk, sind die Anwohner zutiefst entsetzt. In der Sackgasse werden seit einigen Tagen reihenweise Parkscheine ausgegeben und niemand weiß warum. „Ich wohne seit 8 Jahren hier und wir parken alle unsere Autos hier. Bisher war das nie ein Problem“, sagt „Heute“-Leserin Marola. Doch als der Apotheker am Donnerstag zur Arbeit wollte, entdeckte er in seinem Fahrzeug einen Strafzettel für zu schnelles Fahren. Und sie war nicht die Einzige.

„Alle Autos in der Gasse wurden bestraft“, sagte der genervte Nachbar im Interview mit Heute. Auf die Frage des Parksheriffs, worum es gehe, erhielt die 34-jährige Wienerin jedoch keine konkrete Antwort. „Hier gibt es keine Schilder oder Orientierungspunkte, die das Parken verbieten“, sagte er im „Heute“-Talk.

Auch ein Anruf bei der MA 67 half wenig: Dort wurde die Apothekerin auf ihr Widerspruchsrecht hingewiesen. „Wir als Anwohner haben im Grätzl trotz Einführung der Parkvignette keine freien Parkplätze. Das ist reines Geld“, schäumt Marola wütend. Was seit Jahren niemanden stört, steht jetzt natürlich im Fokus der Autorität.

“Geheime” Abstandsregel.

Was die wenigsten Autofahrer wissen: Auf den Straßen, die in beide Richtungen befahren werden dürfen, muss eine Restfahrbahnbreite von 5,20 Metern gewährleistet sein. ÖAMTC-Anwältin Corinna Hotz kennt das Problem: „Das ist viel, vielen ist das gar nicht bewusst.“

Ob wirklich geahndet wird, hängt laut dem Experten immer von der Situation ab. Im Zweifelsfall wenden Sie sich jedoch bitte an die zuständige Polizeidienststelle. Warum das Gesetz in der Arnoldgasse nie angewandt wurde, bleibt ein Rätsel.

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Fotostrecke: Leserreporter des Tages

Nav-Compte zdz Hora28.05.2022, 19:27 | Akt: 28.05.2022, 19:27

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