© APA/dpa/Hauke-Christian Dittrich
Landesholding: Auf Antrag des Landes wird ab September ein Gewinn von fünf Millionen Euro als Sonderdividende ausgezahlt, um den Bedürftigsten bei den Energiekosten zu helfen.
von Thomas Orovit
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Hans Peter Rucker hat schon schlimmere Zeiten gesehen. Als der ehemalige Banker vor mehr als sechs Jahren die Staatsholding übernahm, konnte er 2016 erstmals einen kleinen Gewinn von mehr als 100.000 Euro nach Steuern vorweisen.
Der Saldo für 2021 beträgt fünf Millionen Euro. Das Geld wird aber nicht zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Burgenland, zur Förderung von Innovation und Wachstum oder zur Bildung von Rücklagen verwendet, sondern als Sonderdividende an den Landessozial- und Klimafonds, den Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) eingeführt. März. Das beschlossen die Mitgliederversammlung und der Aufsichtsrat der Landesholding, Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Doskozil, sein stellvertretender SPÖ-Landesgeschäftsführer Leonhard Schneemann.
Sozialfonds
Ab September soll der Fonds diejenigen unterstützen, die es brauchen und die von hohen Energiepreisen überfordert sind. Der Fonds muss mit insgesamt rund 15 Millionen Euro dotiert werden. Im März wurden zwei weitere Quellen genannt: ein Satz von Energieerzeugern, die aufgrund der Krise gut verdienen (z. B. Burgenland Energie) und eine Reihe bestehender Sozialleistungen, von Heizkostenzuschüssen bis hin zum Halbjahresschein.
Dass die Landesholding die Sonderdividende zahlen könne, sei ihrer „soliden finanziellen Basis“ zu verdanken, sagte Rucker gemeinsam mit Doskozil am Mittwoch bei der Vorlage der aktuellen Bilanzzahlen. Die Holding mit rund 4.800 Mitarbeitern hat eine Bilanzsumme von 2.530 Millionen Euro, der Außenumsatz der aus 73 Unternehmen gebildeten Gruppe betrug im Vorjahr 712 Millionen Euro, der größte Teil wurde von Burgenland Energie aufgebracht, an der sich das Land beteiligt. eine knappe Mehrheit. Besonders stolz ist Rucker darauf, dass die Nettoverschuldung mit 1,25 Milliarden Euro nur 50 Millionen Euro mehr ist als 2016, obwohl seither rund 1 Milliarde Euro investiert wurden. Apropos Investitionen: 200 Millionen Euro für den Neubau des Klinikums Oberwart kommen nicht von der Holding, sondern „der Staat hat diese Summe zugesagt“.
“Fußballmannschaft”
Doskozil und Rucker wehrten sich auch gegen Vorwürfe, staatliche Holdings würden Privatunternehmen Aufträge entziehen (KURIER berichtete). Seit 2020 seien elf neue Unternehmen gegründet worden, berichtete Rucker: eine Fußballmannschaft sozusagen. Dazu gehören die Verkehrsbetriebe (VBB), die Buslinien südlich des Burgenlandes anbieten. Zur Kritik der Wirtschaftskammer (WK), der VBB biete auch Klassenfahrten an und wildere damit im Kerngeschäft der kleinen privaten Busunternehmen, sagte Rucker: Der VBB habe mit einmaligen Leistungen rund tausend Euro Umsatz generiert, sondern Aufträge im Wert von rund 80.000 Euro an private Busunternehmen vergeben.
Doskozil zieht die Kammer aus der „heuchlerischen Diskussion“ zurück, weil das Restaurant in der WK-Zentrale in Eisenstadt von einer Firma des Wissenschaftsministeriums betrieben wird, also vom Staat: „Wer ist konzernfeindlich?“, fragte Doskozil eher rhetorisch.
Die Reaktion der Kammer war eindringlich: Diese Betriebsspeisestube “bietet keine Schulen oder Kindergärten”.
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