Zum ersten Mal seit zwei Jahren
Die Lage am Arbeitsmarkt verschlechtert sich
Gemäss Ökonomen der Wirtschaftsforschungsstelle ETH KOF hat sich die Arbeitsmarktlage in der Schweiz erstmals seit zwei Jahren deutlich eingetrübt. Es ist also wahrscheinlich übertrieben. Banken und das verarbeitende Gewerbe erweisen sich als Belastung.
Gemäss einer Umfrage der Wirtschaftsforschungsstelle ETH KOF hat sich die Arbeitsmarktlage verschlechtert. Dies macht sich besonders in Banken und im verarbeitenden Gewerbe bemerkbar (Ikonenbild)
Gemäss einer Mitteilung der KOF vom Mittwoch hat der KOF-Beschäftigungsindikator den Anstieg der letzten zwei Jahre gestoppt. Der Indikator fiel von revidiert 16,0 Punkten (zuvor 17,2) im dritten Quartal auf 14,3 im vierten Quartal 2022.
Der Indikator liegt weiterhin über dem mittelfristigen Durchschnitt. Der Rückgang könnte jedoch ein erstes Anzeichen dafür sein, dass sich das schwierige wirtschaftliche Umfeld auch in den Beschäftigungszahlen widerspiegeln wird.
Der KOF-Beschäftigungsindikator wird aus den vierteljährlichen KOF-Konjunkturumfragen berechnet, in denen rund 4500 Unternehmen zu ihren Beschäftigungsplänen und -erwartungen befragt wurden. Gemäss KOF hält eine deutliche Mehrheit der befragten Unternehmen die aktuelle Mitarbeiterzahl noch immer für zu tief. Zudem gibt es noch weit mehr Unternehmen, die in den nächsten drei Monaten die Zahl ihrer Mitarbeiter erhöhen wollen, als Unternehmen, die Stellen abbauen wollen.
Gemäss KOF haben sich die Beschäftigungsaussichten eingetrübt, insbesondere bei Banken und im verarbeitenden Gewerbe. Der Indikator des Verarbeitenden Gewerbes fiel von 9,2 auf 0,7 Punkte. Eine knappe Mehrheit der befragten Unternehmen rechnet sogar mit einem Stellenabbau in den nächsten drei Monaten. Auch die Beschäftigungsaussichten der Banken sind weniger günstig und liegen näher am langfristigen Durchschnitt. In den meisten anderen Branchen bleibt der Indikator auf einem hohen Niveau.
Der Beschäftigungsindikator des verarbeitenden Gewerbes habe sich in der Vergangenheit als sehr guter Indikator für die tatsächliche Beschäftigungsentwicklung im Sektor erwiesen, so die KOF weiter. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in anderen Sektoren wird oft vorhergesagt.
(SDA)