Die LANXESS-Aktie steht gut: LANXESS und Advent starten ein Joint Venture

Der Chemiekonzern LANXESS treibt seinen Umbau mit der Perspektive voran, sich aus dem Geschäft mit Hochleistungskunststoffen für die Automobil- und Elektronikindustrie zurückzuziehen.

Der MDAX-Konzern bringt diesen Geschäftsbereich in ein Joint Venture mit der Advent-Holding ein, die gleichzeitig das Engineering-Materials-Geschäft des niederländischen Konzerns Royal DSM in einem 1-Milliarden-Dollar-Deal übernimmt.

„LANXESS wird wieder deutlich unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen“, sagte Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert am Dienstag in einer Mitteilung.

Das neue Joint Venture zwischen Köln und dem Finanzinvestor Advent zahlt 3,7 Milliarden Euro für das Engineering-Materials-Geschäft von DSM. LANXESS bringt auch seinen Geschäftsbereich High Performance Materials (HPM) in das neue Unternehmen ein. Über diese Vereinbarung wird seit Monaten spekuliert, da LANXESS bereits eigene Aktivitäten, ähnlich denen von DSM, in ein eigenständiges Unternehmen unter dem Namen HPM eingebracht hat. Hier werden Hochleistungskunststoffe hauptsächlich für die Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie hergestellt.

Das Unternehmen von LANXESS mit 1.900 Mitarbeitern und dem größten Standort in Antwerpen steht für einen Jahresumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro bei einem Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) und vor Sondereinflüssen von rund 210 Millionen Euro, wie LANXESS ebenfalls mitteilte. Den Angaben zufolge erwirtschaftet der Geschäftsbereich DSM mit 2.100 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro zudem eine operative Marge von rund 20 Prozent, also absolut gesehen ein operatives Ergebnis von rund 300 Millionen Euro.

Advent wird mindestens 60 Prozent an dem neuen Joint Venture halten. Im Gegenzug erhält LANXESS eine Anfangszahlung von mindestens 1,1 Milliarden Euro und eine Beteiligung von bis zu 40 Prozent. Mit der Fertigstellung wird im ersten Halbjahr 2023 gerechnet. Mit dem Geld will Zachert Schulden tilgen. Auch ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 300 Millionen Euro wird erwogen.

Mit diesem Schritt wird LANXESS das Geschäft von HPM nicht mehr vollständig konsolidieren, sodass der Konzern weiterhin aus drei Spezialchemie-Segmenten bestehen wird. Darüber hinaus können die Kölner ihren Anteil an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen spätestens drei Jahre nach derselben Bewertung an Advent verkaufen. Bis dahin könnte das operative Ergebnis jedoch deutlich steigen, da im Zuge der Fusion mit der DSM-Sparte deutliche Kostensenkungen erwartet werden.

Wie Aktionen von LANXESS reagieren

Die Fortsetzung des Konzernumbaus mit einer millionenschweren Einigung beflügelte die LANXESS-Aktie am Dienstag. Sie stiegen über XETRA an die Spitze des MDAX um 10,18 Prozent auf zeitweise 42,98 Euro. Das Kölner Unternehmen betreibt in einem Joint Venture mit der Advent-Holding das Geschäft mit Hochleistungskunststoffen für die Automobil- und Elektroindustrie. Gleichzeitig übernimmt das neue Unternehmen in einem milliardenschweren Deal das Kunststofftechnik-Geschäft des niederländischen Konzerns Royal DSM.

Advent wird mindestens 60 Prozent des Joint Ventures besitzen. Im Gegenzug erhält LANXESS eine Anfangszahlung von mindestens 1,1 Milliarden Euro und eine Beteiligung von bis zu 40 Prozent. Vorstandschef Matthias Zachert will mit dem Geld Schulden tilgen. Auch ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 300 Millionen Euro wird erwogen. In wenigen Jahren wird LANXESS seinen Anteil an dem Joint Venture verkaufen können.

In einer ersten Reaktion schreibt Jefferies-Investmentanalyst Chris Counihan, dass LANXESS einen wichtigen Schritt beim Schuldenabbau unternehme. Sobald die restlichen 40 Prozent des Joint Ventures mit Advent verkauft sind, soll das Verhältnis von Nettoverschuldung zu operativem Ergebnis (Ebitda) auf das 1,4-fache sinken.

KOLONIE (dpa-AFX)

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