„Die Leute sparen“: Spargelbauern sind unzufrieden mit der Saison

Wirtschaft “Menschen sparen”

Deutsche kaufen zu wenig deutschen Spargel – Landwirte klagen über Probleme

Stand: 27.05.2022 | Lesezeit: 4 Minuten

Die Deutschen sind eingeschränkt: Lebensmittel sind teilweise mehr als 40 Prozent teurer

Laut einer Umfrage befürchten mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland, aufgrund steigender Preise den eigenen Lebensstandard bald nicht mehr halten zu können. Viele gehen davon aus, dass die aktuelle Rekordinflation nur der Anfang ist.

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Jahrzehntelang war die Spargelzeit ein Fest für die Deutschen. In diesem Jahr ist das nicht so: Trotz guter Ernte klagen viele Landwirte über Absatzprobleme. Einige Betriebe haben die Ernte reduziert, andere verkleinern die Fläche. Es gibt viele Gründe für die Frustration von Spargel.

Ob in Rheinland-Pfalz, Brandenburg oder Sachsen: In ganz Deutschland klagen Spargelbauern über Absatzprobleme und Kaufzurückhaltung. Spargel – einst das beliebteste Saisongemüse der Deutschen – bleibt in den Regalen und in den Geschäften.

Entsprechend groß ist die Enttäuschung bei den Unternehmen. „Mengen und Qualität der Ernte sind gut“, sagte Frank Saalfeld, Hauptgeschäftsführer des Ostdeutschen Spargelerzeugerverbandes, der Deutschen Presse-Agentur. Doch der Handel kauft weniger Ware ein und bietet den Kunden günstigeren Spargel aus dem Ausland an, zum Beispiel aus Griechenland und Marokko.

Diese Entwicklung ist nahezu flächendeckend zu beobachten und betrifft auch Unternehmen in Sachsen. „Deshalb haben sie Teile der Ernte entfernt und mussten die Erntehelfer nach Hause schicken.“

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Tatsächlich ist die Saison auf ihrem Höhepunkt. Die Gravur bleibt bis zum 24. Juni bestehen, wenn auch an vielen Stellen in geringerem Umfang.

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Laut Saalfelds Ausführungen versuchen viele Verbraucher, angesichts steigender Preise an anderer Stelle Energie zu sparen. Dies betrifft heimischen Spargel. Die Preise lagen auf Vorjahresniveau, teilweise darunter. Auch an den Verkaufsständen macht sich der Trend bemerkbar. “Kunden kommen zum Stand, sehen, was er kostet, und gehen dann wieder.”

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Mehrere Unternehmen haben ihre Stände bereits abgebaut, weil sie sich nicht mehr rentierten. „Der Verkauf an Endkunden läuft schlecht“, sagte er. Besser sieht es bei Unternehmen mit eigener Gastronomie aus.

Doch auch das Geschäft „Spargelhof“ sei kein Selbstläufer mehr, betonen Brandenburger Landwirte.

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Spargelbauern in der Region bestätigen die Einschätzungen des Verbandes. „Die Ernte ist gut, aber die Leute sparen“, sagt Mathias Schertenleib vom Spargelhof Schertenleib im mittelsächsischen Ostrava. Sein Hof baut auf fünfeinhalb Hektar Spargel an und verkauft Gemüse direkt. Aufgrund geringerer Verkäufe reduzierte es die Produktion um etwa 75 Prozent. Sie wolle aber nicht klagen, betonte Schertenleib. Es gibt einen starken Kundenstamm, der dem Unternehmen treu ist.

Ausland bietet unschlagbare Produkte

Auch rheinland-pfälzische Geschäftsleute sind frustriert über die Kaufzurückhaltung. „Dafür gibt es mehrere Gründe: Einerseits trifft derzeit ein großes Angebot auf eine mäßige Nachfrage“, sagte Verbandssprecher Andreas Köhr vom Bauern- und Erzeugerverband Nordrhein-Pfalz der Deutschen Presse-Agentur.

Außerdem beklagt er die ungewöhnlich starke Konkurrenz durch Importprodukte. „Spargel aus Spanien oder Griechenland zum Beispiel ist billiger, weil die Produktionskosten dort viel niedriger sind. Hauptgrund ist der deutlich niedrigere Mindestlohn“, sagte Köhr.

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Schon jetzt ist klar, dass diese Entwicklung Folgen haben wird. Die ersten Bauern begannen, ihre Fläche zu verkleinern. In Sachsen beispielsweise ist der Spargelanbau in den letzten Jahren stetig zurückgegangen, ein Trend, der sich laut Verbandsgeschäftsführer Saalfeld voraussichtlich fortsetzen wird. Während dort 2015 noch auf 324 Hektar Gemüse angebaut wurde, waren es im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Landesamtes knapp 188 Hektar.

Das Land wird saniert, die Arbeiter verlieren ihre Jobs

Auch in der Region Beelitz, die in Brandenburg für den klassischen Anbau und Verkauf von Spargel steht, wird bereits gekürzt. Der Präsident des Beelitzer Spargelverbandes, Jürgen Jakobs, sagte dem RBB: Er habe in diesem Jahr bereits bis zu 20 Prozent seiner Fläche geerntet. „Die Wetterbedingungen sind im Moment ideal, aber es macht für die Landwirte mehr Sinn, den Spargel auf einzelnen Feldern wachsen zu lassen“, sagt Jakobs. Dadurch werden noch mehr Inkasso- und Bearbeitungskosten vermieden.

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Und sein Kollege Eckhard Kuhl aus Sallgast (Elbe-Elster) hat bereits 25 seiner 60 Hektar Anbaufläche reserviert. Das kostet auch Arbeit: In der Spargelsaison beschäftigt es normalerweise 100 Leute, aktuell sind es nur 60. „Die Leute sind unruhig. Geld behalten jetzt alle lieber in der Tasche“, sagte er dem RBB. Kuhl ist auch schuld an der Politik, wie der Berliner Kurier sie zitierte. Das machen die Leute.“

Davon sind auch Restaurants betroffen, die sonst einen erheblichen Teil der Spargelernte abhärten würden. Das Geschäft dort lief gut an, jetzt geht es aber wieder bergab: Viele Gastronomen mussten aufgrund von Personalmangel einfach im Zeitplan kürzen, auf der anderen Seite ist das Geld für die Kunden nicht mehr leicht.

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