Die US-Luftfahrtbehörde fordert von Boeing weitere Änderungen. Die FAA Federal Aviation Administration verlängert einen Vertrag mit dem Flugzeughersteller kürzer als erwartet.
Der Vorgesetzte selbst stand unter Druck. Im vergangenen Dezember hatte der US-Senat die nationale Luftfahrtbehörde davor gewarnt, die Zulassung neuer Boeing-Modelle besser zu kontrollieren. „Die Aufsicht der Federal Aviation Administration (FAA) über den Zertifizierungsprozess ist erodiert“, heißt es in einem Bericht des Senats. “Im Laufe der Zeit hat er seine Befugnisse zunehmend an Boeing und andere delegiert.”
Dies ist ein System namens ODA, Organization Designation Authorization. Somit delegiert die FAA Aufgaben an die Mitarbeiter der Unternehmen, die sie beaufsichtigt. Diese Unternehmen stellen Leute dafür ein.
Die FAA dauert bei Boeing nur drei Jahre
Die ODA-Vereinbarung von Boeing mit der FAA läuft bald aus. Der Flugzeugbauer wollte es um fünf Jahre verlängern. Doch die Behörden stimmten nicht zu und verlängerten es nur um drei Jahre. Während dieser Zeit werde man prüfen, ob Boeing „die notwendigen Verbesserungen vornehme“ und sicherstellen, dass „Mitarbeiter ungehindert agieren können“, schrieb die FAA laut Nachrichtenagentur Reuters an Boeing.
Hintergrund: Im Zuge von Recherchen zur Boeing 737 Max wurde das ODA-System erstmals kritisiert. Auch bei der Produktion der 787 in North Charleston kam es im Sommer 2020 zu Verstößen. Von Boeing unterstützte ODA-Mitarbeiter sollen Boeing-Vorgesetzten mitgeteilt haben, dass sie nicht einmal Teil des Programms seien. Darüber hinaus übten leitende Angestellte von Boeing angeblich unangemessenen Druck auf die ODA-Mitarbeiter aus, die Qualitätskontrolle der 787-Produktion zu überwachen.
Viele Möglichkeiten sich einzumischen
Im Frühjahr und Sommer 2021 befragte die FAA ODA-Mitarbeiter und erklärte: „Die Unternehmenskultur von Boeing scheint Mitglieder der ODA-Einheit daran zu hindern, offen mit der FAA zu kommunizieren.“ Darüber hinaus scheint die Organisationsstruktur einen starken Einfluss darauf zu haben, wie die Mitglieder der ODA-Einheit ernannt werden und wie sie ihre Aufgaben wahrnehmen dürfen. Dies bietet viele Möglichkeiten für Eingriffe.
Boeing sagte damals, dass die Angelegenheit sehr ernst genommen und sofort gehandelt werde. Aktuell betont der Flugzeughersteller, dass es eine “transparente Zusammenarbeit mit der FAA im Rahmen detaillierter und strenger Aufsichtsprozesse” gebe.
FAA-Inspektor-Zulassungen
Die Behörde macht auch deutlich, dass sie gewisse Dinge inzwischen nicht aufgibt. Die eigenen Inspektoren und Nicht-Boeing-Mitarbeiter werden weiterhin endgültige Sicherheitsfreigaben für alle Boeing 737 Max- und Boeing 787-Flugzeuge erteilen.