Die Mondmission von Esa und Nasa: Artemis I beginnt am Montag

23. August 2022 um 14:02 Uhr

Artemis I starte: Europa fliegt zum Mond

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Foto: dpa/Meng Dingbo

Auf einer Pressekonferenz der europäischen Raumfahrtagentur Esa am Dienstag verglich Vorstandschef Josef Aschbacher die Artemis-Mission mit den Apollo-Flügen. Der Launch zielt darauf ab, eine neue Generation zu inspirieren. In den kommenden Jahren werden auch drei Europäer zum Mond fliegen.

Es ist 53 Jahre her: Kleine Schwarz-Weiß-Fernseher auf der ganzen Welt zeigten Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin bei ihren ersten Schritten auf dem Mond. Und der Erfolg der bezahlten Inhalte von Apollo 11 beflügelte nicht nur die technologische und wirtschaftliche Entwicklung. Er inspirierte eine ganze Generation, von denen viele Ingenieure oder Wissenschaftler wurden. Einige von ihnen bekleiden heute Führungspositionen bei der europäischen Raumfahrtagentur Esa und dem Luft- und Raumfahrtunternehmen Airbus. Und sie luden am Dienstag zu einer Pressekonferenz ein, um Europas Anteil am Artemis-Programm zu erörtern, das voraussichtlich mit dem Start von Artemis I am Montag und dem unbemannten Mondtestflug in die heiße Phase eintreten wird.

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Foto: AFP/TIMOTHY A. CLARY

„Europa fliegt zum Mond“, mit diesen Worten eröffnete der Generaldirektor der ESA, Josef Aschbacher, das Gespräch. Das ist ein großer Unterschied zum rein amerikanischen Apollo-Programm. Und dieses Mal geht es nicht nur darum, zu landen und nach ein paar Tagen wiederzukommen. Ziel ist es, dauerhaft auf dem Mond zu bleiben. Die USA und Europa würden zusammenarbeiten und seien starke Partner. Schließlich liefert die Esa gemeinsam mit Airbus das ESM European Service Module. Es ist ein grundlegendes Element der Mission.

DIE INFO

Mehrere europäische Länder beteiligen sich

ESM Deutschland, Italien, Frankreich, Schweiz, Belgien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Niederlande und Spanien beteiligen sich am Bau des Servicemoduls. Das Auftragsvolumen für sechs Module übersteigt zwei Milliarden Euro.

Nahrung, Lebenserhaltung, Wasser und Sauerstoff, Temperaturregulierung und Antriebssystem – alles ist Teil des ESM. Und ohne sie könnten die Astronauten nicht zum Mond fliegen. 3.000 Menschen aus zehn europäischen Ländern und mehr als 60 Unternehmen haben an dem Modul gearbeitet. Teilweise auf dem Höhepunkt der Pandemie. „Europa ist stark, wenn wir alle zusammenarbeiten“, sagte Jean Marc Nasr, Leiter der Raumfahrtabteilung bei Airbus Space and Defence. “Wir können alle stolz sein.”

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Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Der Lohn für die Teilnahme: Drei Europäer werden bei künftigen Artemis-Missionen mitfliegen. Wahrscheinlich nicht bis Artemis IV oder Artemis V. Aber vielleicht sogar Artemis III, wahrscheinlich im Jahr 2025, wenn erstmals seit 1972 wieder Menschen auf dem Mond landen werden. Eine Frau und ein schwarzer Astronaut aus den USA. Noch wird kein Europäer unseren Satelliten betreten. Aber man ist in Verhandlungen mit der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa. „Vor 2030 soll auch ein Europäer auf dem Mond landen“, sagt Aschbacher. Wer wird es sein Welche ESA-Astronauten am Artemis-Programm teilnehmen, ist laut Aschbacher noch nicht entschieden. Das würde sich aber bald ankündigen, denn das Training musste beginnen.

Der Zeitplan hängt jedoch vom Erfolg der Artemis-I-Mission ab, die am Montag um 14.33 Uhr starten soll. Schließlich hat Esa andere große Pläne. Sie werden in den kommenden Jahren am Bau der Raumstation „Gateway“ beteiligt sein, die den Mond umkreisen wird. Wie ein neuer Außenposten der Menschheit, um eine mögliche Basis am Südpol unseres Satelliten zu versorgen und zu erreichen. Ebenfalls in Arbeit ist die sogenannte „EL3“, eine Frachtfähre, die tonnenweise Material zum Mond und zurück zum Gateway transportieren soll. Alles auch mit Blick auf das nächste mittelfristige Ziel: Mars.

Aber warum jetzt der Mond? „Dort können wir etwas über den Ursprung des Sonnensystems und unserer Erde erfahren“, sagt David Parker, ESA-Direktor für bemannte und robotische Weltraumforschung. Der gängige Theorie zufolge entstand der Mond aus Trümmern, als vor Milliarden von Jahren ein weiterer großer Himmelskörper mit der jungen Erde kollidierte. Material aus dieser Zeit könnte auf dem Mond erhalten geblieben sein. Wie in einem Museum. Aber bisher waren wir nur im “Souvenirladen” dieses Museums und umgekehrt. “Es gibt noch so viel mehr zu entdecken.” Es beantwortet zum Beispiel die Frage, woher das Eis in Mondkratern kommt. Bis zu den Möglichkeiten auf der anderen Seite des Mondes – oft trivial und fälschlicherweise als „dunkle Seite“ bezeichnet – neue Instrumente und Teleskope zu bauen, mit denen wir noch weiter ins Weltall blicken können.

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