Mit Kaleido E-Ink gab es zum ersten Mal seit langem wieder eine substanzielle Bewegung auf digitalen Papierbildschirmen. Obwohl die Kaleido-Technik nicht perfekt ist, zeigt sie, dass die nächste große Revolution auf dem eReading-Markt trotz einiger diesbezüglicher Rückschläge die Darstellung von Farbe bleibt.
Viele Hersteller wie Qualcomm oder Liquavista haben es versäumt, energiesparende elektronische Farbpapiertechnologien auf den Markt zu bringen. Der chinesische Elektronikhersteller TCL hat es kürzlich getestet und eine transreflektive LCD-Technologie unter der Marke NXTPAPER angekündigt. Bislang ist das beworbene Tablet allerdings nicht käuflich zu erwerben, zumindest nicht im Westen.
E Ink Holdings, verantwortlich für fast alle Bildschirme herkömmlicher E-Reader, dürfte dem Ziel eines gut lesbaren, energiesparenden und unterhaltsamen E-Paper-Farbbildschirms nun einen großen Schritt näher gekommen sein hohes Level. Sättigungswerte für den Endverbrauchermarkt.
ACeP als E-Ink-Galerie-3-Basis
E-Ink Gallery 3 im Demoregal
Im Jahr 2019 berichteten wir, dass E Ink Holdings die sogenannten ACeP-Bildschirme auf den Markt gebracht hat. ACeP steht für „Advanced Color ePaper“ und bezeichnet eine fortschrittliche Display-Technologie, die nicht auf einem RGB-Filter zur Farbdarstellung basiert.
Stattdessen verwendet ein ACeP-Bildschirm die Mikrokapseltechnologie, die für Schwarzweißbildschirme bekannt ist. Nicht nur mit schwarzen und weißen Mikrokapseln, sondern mit Mikrokapseln in den Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Weiß (CMYW).
Der große Nachteil dieser Bildschirme war die sehr langsame Aktualisierung des Bildschirms. Das damals verfügbare Entwicklungskit benötigte bis zu 25 Sekunden, um das Image vollständig zu erstellen. Auch in der nächsten Generation dauerte es noch 10 Sekunden.
Folglich war ACeP damals nicht für Unterhaltungselektronikgeräte wie E-Book-Reader geeignet. Stattdessen sah E Ink Holdings die App auf digitalen Bildschirmen.
E-Ink Gallery 3 verspricht schnellere Reaktionszeiten
Demonstrationsgeräte E-Ink-Galerie 3
Auch wenn der Name vermuten lässt, dass E-Ink Gallery 3 eher für die Nutzung von Bildschirmen und digitalen Displays gedacht ist, spricht E Ink Holdings in der Pressemitteilung konkret über den E-Reading-Markt.
Die Technologie mit dem Namen “Gallery 3” passt perfekt zu den kürzlich unglücklichen E-Ink Letter 1000/1100/1200, E-Ink Kaleido, dem neuen Kaleido, Kaleido Plus und Kaleido Plus on Cell.
Aber zurück zum Thema: Die neue Technologie basiert auf dem oben beschriebenen ACeP-Bildschirm. Der große Vorteil eines E-Ink Gallery 3 Bildschirms ist die viel schnellere Bildschirmaktualisierung.
E Ink verspricht eine Schwarz-Weiß-Reaktionszeit von nur 350 ms. Dies liegt ungefähr auf dem Niveau der bestehenden E-Ink-Letter-Bildschirme. Zum Vergleich: Die erste weit verbreitete Vizplex E-Ink-Technologie benötigte noch 740 ms für eine Graustufendarstellung und 260 ms für eine 1-Bit-Darstellung.
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Für die Farbdarstellung stehen drei verschiedene Modi zur Verfügung: Im Schnellansichtsmodus dauert die Ansammlung von Farbbildern 500 ms, im Standardmodus wird ein Bild in 750 bis 1000 ms erstellt und die beste Farbdarstellung kann in bis zu 1500 ms erreicht werden. MS.
Netzhautauflösung für scharfe Bilder
Ein weiterer großer Vorteil gegenüber ACeP- und Kaleido-Bildschirmen ist die höhere Auflösung. Diese könnte auf 300 ppi erhöht werden und damit näher an den Electronic Ink Letter heranreichen.
Vorführgerät mit E-Ink Gallery 3
E-Ink Gallery 3 hat einen klaren Vorteil gegenüber E-Ink Kaleido. Diese bekommt bisher nur 100 ppi für den Farbbildschirm, obwohl bereits 150-ppi-Bildschirme angekündigt wurden. Unabhängig davon muss sich ein Gallery 3-Bildschirm nicht mit den kleinen Subpixel-Punkten auseinandersetzen, die aufgrund der fehlenden RGB-Ebene immer sichtbar sind.
Es wurde auch erwähnt, dass ein E-Ink Gallery 3-Anzeigemodul mit eingebautem Scheinwerfer namens „ComfortGaze“ ebenfalls erhältlich sein wird. Dies sollte die Reduzierung von blauem Licht beinhalten.
Auch die Schnelleingabe des Bleistifts wird unterstützt. Die Reaktionszeit für Schwarz-Weiß-Eingaben soll nur 30 ms betragen. Daher zeichnet sich mittelfristig eine Fokussierung auf andere Größensegmente von 8 bis 10 Zoll ab.
Wird E-Ink Gallery 3 den Markt revolutionieren?
Das klingt alles großartig. Die nötige Portion Skepsis ist hier noch ausreichend. Denn abgesehen von den offiziellen Showcases hat man die neue Display-Technologie noch nicht gesehen. Die Erwartungen an andere Color-Electronic-Paper-Technologien waren bereits in der Vergangenheit sehr hoch und wurden vor allem am Ende enttäuscht.
Auch E-Ink Kaleido klang bei der ersten Ankündigung super, zeigte dann aber in der Praxis Nachteile, die das Nutzererlebnis negativ beeinflussen können.
Text und Bild auf einem Vorführgerät E-Ink Gallery 3
Aber wenn wir davon ausgehen, dass die E-Ink Gallery 3 in der Praxis so gut funktioniert, wie in der Pressemitteilung angekündigt, dann hat sie das Zeug, den E-Reading-Markt zu revolutionieren.
Während im reinen Lesemodus oft auf eine farbige Darstellung verzichtet werden kann, wird bei Kaleido E-Ink dennoch deutlich, dass Farben auch das Nutzererlebnis mit dem eReader verbessern.
Die parallele Entwicklung der Bildschirme Kaleido und Gallery 3 lässt vermuten, dass es zumindest zunächst zu einem (signifikanten) Preisunterschied kommen wird. Ich denke, Kaleido-Bildschirme werden als billigere Einstiegs-Farbbildschirme dienen und Galerie-3-Bildschirme werden als Premium-Technologie positioniert. Zudem wird die deutlich schnellere Bilderzeugung von Kaleido E-Ink bei der Darstellung dynamischer Inhalte eine wichtige Rolle bei der Technologiewahl spielen.
Beim Start ist E Ink Holdings noch abgedeckt. Bei E-Ink Kaleido und E-Ink Letter 1000/1100/1200 lagen Ankündigung und Markteinführung jedoch sehr nah beieinander, sodass es mich nicht wundern würde, wenn wir dieses Jahr die entsprechenden E-Ink Gallery 3 Terminals sehen würden. Ich gehe jedoch davon aus, dass Leser von E-Books oder Tablets diese Technologie spätestens 2023 nutzen werden.
Bildquelle: E Ink und E Ink YouTube