Die Neue Galerie Graz zeigt Neagus Retrospektive

Der Universalkünstler hat an einer kulturübergreifenden Bildsprache gearbeitet, die in Anspruch und Recherche zugleich bestehen kann. „Sie werden einen neuen Kosmos entdecken, aber immer wieder Verbindungen zum Bruseum sehen“, verspricht Bruseum-Chef Roman Grabner. Die erste internationale Retrospektive des rumänischen Künstlers fand 2021 im Kunstmuseum Liechtenstein statt und wird nun in adaptierter Form in Graz gezeigt; wurde kuratiert von Friedemann Malsch, Magda Radu und Georg Schöllhammer.

Ausstellungstipp:

“Paul Nagu”. Ausstellung im Bruseum des Universalmuseums Joanneum in Graz, die noch bis 25. September zu sehen ist.

Mit allen Sinnen

Paul Neagu (1939 – 2004) brach während seines Aufenthalts in Rumänien mit dem konservativen Paradigma des dortigen Kunstsystems; er lebte später in London. Er war in Bewegungen wie Op Art, kinetische Kunst, Neokonstruktivismus und Kybernetik involviert; Bereits 1969 forderte er in seinem „Manifest der greifbaren Kunst“, Kunst mit allen Sinnen zu sehen.

Arbeiten Sie, um den Raum zu füllen

In seiner Arbeit mit Skulpturen entwickelte Neagu Mitte der 1970er Jahre eine Struktur namens „Hyphen“: eine Skulptur, die trotz ihrer scheinbaren Einfachheit auf komplexen Überlegungen zur formalen und symbolischen Bedeutung geometrischer Formen basiert. Eine Nachbildung dieses Objekts ist in der Ausstellung zu sehen: Es ist ein Holzkunstwerk, das mit drei Beinen den Raum fast ausfüllt, an einen Kompass erinnert und eine rotierende Bewegung auf dem Boden markiert.

um den Körper kreisen

Das Motiv der Zirkelkreise findet sich unter anderem in einer auf Leinwand gemalten stilisierten Darstellung der Geschichte von Diana und Actaió immer wieder: Diana besteht nur aus wenigen Kreisen, Actaió wird durch den Umriss von ‘a angedeutet Hirsch, in den sie ihn verwandelt hat. Es gibt auch oft Bilder von Körpern oder Körperteilen, die in Raster unterteilt und manchmal sogar nummeriert sind. Nach Neagus Überzeugung kann man den Körper zählen, den er vor allem in seinen akribischen Zeichnungen immer wieder darstellt.

Regale und Videos

Einige Objekte werden auf weißen Regalen ausgestellt, die ebenfalls vom Künstler selbst gestaltet wurden: Einerseits präsentieren sie die Werke wirkungsvoll, haben aber immer etwas Irritierendes, etwa wenn die Stücke in den Raum hineinragen und zum Ausweichen zwingen Sie.

Schließlich ist in der Ausstellung auch ein Video mit einer Performance von Neagus zu sehen: Mit Hilfe von Rotationsbewegungen seines Körpers zieht er immer weitere Kreise und verweist damit wieder auf seine Hyphenmodelle.

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