Einen herben Rückschlag erlitten die jungen österreichischen Fußballer bei der U19-Europameisterschaft in der Slowakei. Die ÖFB-Junioren verloren am Mittwoch gegen Israel mit 0:2 (1:2) bei Ziar nad Hronom und sind nach zwei Gruppenspielen noch ohne Punkt. Tore von Addis Jasic (24.) und Yusuf Demir (76.) reichten nicht. Das Halbfinale ist bereits außer Reichweite. Das verbleibende Ziel des ÖFB ist das Play-off zwischen zwei Dritteln der Gruppe um einen Platz bei der U-20-WM 2023 in Indonesien.
„Das haben wir uns selbst kaputt gemacht, das Spiel“, sagte Österreichs U19-Teamchef Martin Scherb dem ORF. “Wir haben die Intensität zu spät auf das Spielfeld gebracht. Wir haben es nicht geschafft, Israels Tempo zu brechen, es zu brechen. Als wir dazu bereit waren, hat es funktioniert.” Nach dem 4:2 durch Demir ergaben sich noch einige sehr gute Chancen. “Das Team hat wirklich an sich geglaubt, aber es war zu spät.”
Scherb hatte im Vergleich zum 0:2 gegen EM-Favorit England drei Veränderungen in der Startelf vorgenommen. Beide Seitenpositionen sind besetzt. Justin Omoregie aus Salzburg, der Österreicher Florian Wustinger und LASK-Stürmer Dominik Weixelbraun stießen zur Mannschaft, Jasic rückte von der Mitte nach rechts in die Abwehr.
Omoregie (4.) rettete die erste Großchance der Israelis, kam aber eine Minute später im Kopf-an-Kopf-Duell zu spät und traf bereits das ÖFB-Tor. Nach einem kurzen Gerangel mit dem Verteidiger steckte Tai Abed den Ball schließlich ins Tor. Die Österreicher hatten bei 28 Grad und Sonne mehr Ballbesitz, aber das gefährlichste Team waren die Israelis. Ein Schuss von Lugasi ging zur Seite (19.), nur Weixelbraun traf aus der Distanz (13.).
Die Österreicher agierten in der Offensive zu vage, Jasic glich nach einem Aufschlag aber aus. Das WAC-Talent traf den Ball aus der Strafraumecke. Die schnelle Hoffnung, Demir hätte Israels Torwart Tomer Zarfati mit einem Kopfballversuch irritiert. Für Jasic war es bereits das vierte Tor in der U19-Mannschaft.
Unmittelbar nach einem Dribbling von Demir, bei dem nur das Finale nicht passte, lief das ÖFB-Team erneut einem Nachteil hinterher: Die Israelis nutzten einen Ballverlust von Leopold Querfeld für eine ihrer Umschaltsituationen, vor der Scherb ausdrücklich gewarnt hatte. Oscar Gloch bediente Lugasi, der ohne Zweikampf abschloss (29.). Zafati stoppte Wustingers Kopfball (45.+1).
Nach kurzem Gerangel mit dem Verteidiger schob Querfeld den Ball schließlich ins Netz. Zwei Minuten später setzte Gloch ein Zeichen: Nach einem Pass von Abed umrundete der Spielmacher den ÖFB-Schlussmann Elias Scherf und warf den Ball gezielt ins Netz. „Wir haben die Konter nicht gut verteidigt“, sagte Scherb.
Selbst Israel vergab durch Abed die Chance auf den fünften Treffer (63.), während Hoffenheims Ersatzlegionär Jakob Knollmüller für reichlich Beschäftigung sorgte. Richtig gefährlich wurden die Österreicher erst, nachdem Demir seine Klasse gezeigt und einen Freistoß ins rechte Flankeneck zum 2:4 versenkt hatte. Die ÖFB-Elf schränkte die Israelis durch den eigenen Sechzehner ein, konnte den Ball aber nicht ins Tor bringen. Knollmüller vergab die beste Gelegenheit (80.). Scherb: „Wenn es 4:3 steht, verlieren wir das Spiel nicht zu 100 Prozent.“
Die Österreicher spielen am Samstag mit Banska Bystrica (20.00 Uhr / live ORF Sport+) gegen Serbien um ihre letzte Chance auf den dritten Gruppenplatz. Selbst um dieses Mindestziel zu erreichen, brauchte der ÖFB-Nachkomme am Mittwochabend gegen die Serben noch die Unterstützung Englands. Sie hatten in der Nachspielzeit einen 2:2-Sieg gegen Israel gerettet und hätten sich bei einem Unentschieden in der Entscheidung definitiv vor Österreich platziert.
Zweifellos war eine bessere Ausgangsposition möglich. “Es ist unsere Schuld, niemand sonst ist verantwortlich”, sagte Scherb. Es ist hauptsächlich sein Job, sagte der ehemalige Trainer von St. Louis. Pölten und Altach. “Die Spieler haben alles gegeben, vielleicht haben wir sie schlecht vorbereitet oder falsch eingestellt.”