Die Oligarchen parken ihr Geld in der Schweiz

Das macht die Schweiz mit dem Geld der Oligarchen

Blockieren Sie das Geld des Oligarchen. Größere Kontrolle über den Rohstoffhandel. Das will die Linke. Doch der Nationalrat lehnt dies ab. Und nun?

06.09.2022

Blockieren Sie das Geld des Oligarchen. Größere Kontrolle über den Rohstoffhandel. Das will die Linke. Doch der Nationalrat lehnte beides ab. Und nun?

Die ausserordentliche Sitzung zum Krieg in der Ukraine im Nationalrat am Donnerstagmorgen war mitunter heftig. „Dass die Schweiz ein großes Einkaufszentrum ist, ist kein Problem. Das ist eine Chance für unser Land, das vielen Menschen Arbeit und Einkommen bringt», sagte Nationalrat Gregor Rutz (SVP/ZH) im Gemeinderat. «Von der Linken.

“Die Schweiz ist eines der zentralsten Zentren für das Geld des russischen Oligarchen”, sagte Matts Co-Vorsitzende und Nationalberaterin der SP, Mattea Meyer. Die Schweiz müsse diese Vermögenswerte deshalb aktiv lokalisieren und sperren, sagte er nach der Debatte in der Lobby (siehe Video oben). Der Krieg soll nicht mehr aus der Schweiz finanziert werden.

Die SP-Fraktion will den Bundesrat mit einer Motion beauftragen, “schnellstmöglich eine eigene Arbeitsgruppe einzurichten”, um die in der Schweiz gelagerten Vermögenswerte wohlhabender Russen und Weissrussen ausfindig zu machen. Diese Gelder sollten gesperrt und gegebenenfalls eingezogen werden.

Aber der Großteil des Rates will damit nichts zu tun haben. Er entschied die Angelegenheit mit 103 Ja-Stimmen, 78 Nein-Stimmen und drei Enthaltungen.

Mitte kündigt an, Druck auf den Bundesrat auszuüben

Während SVP und FDP damit zufrieden sind, will die Mitte den Finger in Bewegung halten. “Bundesrat und Departemente tun zu wenig, um beim Oligarchen Geld zu finden”, sagt sein Berater Philipp Bregy. Fundraising ist jedoch rechtsstaatlich nicht möglich. Denn das Geld des Oligarchen sei kein illegal erworbenes Geld, so Bregy.

Bregy: «Der Bundesrat hat hier jetzt die Chance, schnell zu handeln.» Unternimmt der Bundesrat nichts, werde die Mitte nach den Sommerferien in der Kommission «zusammen mit den übrigen Parteien den ersten Punkt wieder auf den Tisch legen».

Der Handel mit Rohstoffen wird nicht überwacht

Auch der gleichzeitig auf die Tagesordnung gesetzte Antrag der Grünen zum Handel mit Rohstoffen hält die Mehrheit im Rat nicht. Er verlor ihn mit 103 zu 80 Stimmen und einer Enthaltung.

Ziel dieser zweiten Initiative wäre es gewesen, den Rohstoffhandel mit einer unabhängigen Marktaufsicht verantwortungsvoller zu gestalten. Finanzminister Ueli Maurer sagte gegenüber dem Rat: «Dieser Rohstoffhandel hat in den letzten Wochen und Monaten an Bedeutung gewonnen. Wir merken jetzt, dass überall Lücken entstehen.» Als verlässlicher Standort kommt der Schweiz hier eine sehr wichtige Rolle zu, die weltweit geschätzt wird.

Nach der Debatte betonte auch SVP-Nationalrat Rutz in einem Interview mit Blue News, er sei froh, dass sich die Linke mit «ihrem Willen zu mehr Regulierung nicht durchsetzen könne». Zumal dieser Wunsch grundsätzlich sei und “nichts mit dem Konflikt in der Ukraine zu tun hat”.

Auch Nationalrätin Franziska Ryser (GP/SG) ist enttäuscht. Sie sieht kämpferisch aus. „Wir versuchen aber, den Druck hoch zu halten“, sagt er. «Und sorgen Sie dafür, dass die zuständigen Behörden wie das Staatssekretariat für Wirtschaft des Seco die von der Schweiz mitgetragenen Sanktionen konsequent durchsetzen.»

Nationaler Rat unabhängiger Sanktionen

Im Anschluss an die Sonderdebatte – auch diese ist vom Ukrainekrieg geprägt – setzte sich die Linke durch. Der Bundesrat soll künftig eigenständige Schweizer Sanktionen verhängen können, beschliesst der Nationalrat.

Heute kann die Schweiz nur Sanktionen der UNO, der EU oder der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) akzeptieren.

Unabhängige Sanktionen könnten nun auch gegen Einzelpersonen oder Unternehmen verhängt werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es zu Menschenrechtsverletzungen oder anderen schwerwiegenden Verstößen gegen das Völkerrecht kommt.

Die Große Kammer will das Embargogesetz entsprechend ändern. Die Entscheidung wurde mit 136 zu 53 Stimmen ohne Enthaltungen getroffen.

Starke Verbindungen in die Schweiz: Renova-CEO Viktor Vekselberg gilt als enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin und als bedeutender Investor in der Schweiz. Wie er haben viele russische Oligarchen Vermögen in der Schweiz.

SCHLÜSSELSTEIN

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