Laut Verkehrsclub Österreich wurden 2021 hierzulande 128.489 Handyfahrer erwischt, 7.000 mehr als im Vorjahr.
Viele tun dies, ohne an die Gefahren zu denken: Viele Österreicher nutzen ihr Smartphone während der Fahrt. Doch wer mit dem Handy im Ohr telefoniert, reagiere mit 0,8 Promille so schlimm wie ein Alkoholtester-Fahrer, warnt der Österreichische Verkehrsclub (VCÖ).
Laut VCÖ wurden im vergangenen Jahr in Österreich 128.489 Handyfahrer festgenommen – 7.000 mehr als 2020. Die meisten Straftaten – 27.098 – wurden in Niederösterreich geahndet. Wien liegt mit 25.237 Inseraten weiterhin auf Platz zwei, fünfmal so viel wie Alko-Lenker. In der Bundeshauptstadt ging die Zahl der eingeklemmten Handyfahrer allerdings um etwa 2000 zurück.
Handylenker reagieren mit einer halben Sekunde Verzögerung
Laut VCÖ ist die Dunkelziffer aber deutlich höher, wie vergangene Erhebungen gezeigt haben. Denn wie viele Autofahrer mit ihrem Smartphone hinter dem Steuer hängen bleiben, hängt auch von der Anzahl der Kontrollen ab. „Viele halten es für ein Kavaliersdelikt und wissen nicht, welche fatalen Folgen Handyanrufe während der Fahrt haben können. Wer mit dem Handy im Ohr telefoniert, reagiert etwa eine halbe Sekunde später“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. .
Wie fatal die Folgen sein können, zeigt ein Beispiel des VCÖ: Läuft ein Kind zwölf Meter vor einem mit 30 km/h auf der Straße fahrenden Auto, kann ein aufmerksamer Autofahrer sein Auto vor dem Kind anhalten. . Ein Autofahrer, der mit einer halben Sekunde Verzögerung reagiert, überfährt das Kind mit einer Geschwindigkeit von etwa 25 km/h, was zu schweren Verletzungen führen kann. „Wenn Sie Auto fahren, dann sollten Sie das ‚Don’t call and drive‘-Prinzip sowie das ‚Don’t drink and drive‘-Prinzip beachten“, erinnert Schwendinger.
Handydelikte am Steuer 2021 (in Klammern die Daten für das Jahr 2020)
Niederösterreich: 27.098 (24.578)
Wien: 25.237 (27.444)
Oberösterreich: 18.590 (16.606)
Steiermark: 18.583 (15.871)
Tirol: 14.602 (13.838)
Salzburg: 9.099 (9.079)
Kärnten: 7.923 (6.555)
Vorarlberg: 3.800 (4.297)
Burgenland: 3.557 (3.143)
Quelle: BMI, VCÖ 2022
VCÖ für die Aufnahme des Verstoßes in das Meldesystem
Laut VCÖ steht das derzeitige Bußgeld von 50 Euro in keinem Verhältnis zum potenziellen Tatrisiko. Die Mobilitätsorganisation spricht sich auch dafür aus, die Kontrollen zu verschärfen und den Straftatbestand „Handyfahren“ in das Meldesystem aufzunehmen, wie es bereits in vielen EU-Staaten der Fall ist. Damit können diejenigen sensibilisiert werden, die sich nicht an das Handyverbot halten.
Der Verkehrsclub weist auch auf ein von der niederländischen Polizei in Zusammenarbeit mit der Universität Utrecht entwickeltes Kamerasystem hin, das erkennt, wenn ein Mobiltelefon während der Fahrt verwendet wird. Das System wird in den Niederlanden testweise eingesetzt. Bewährt sich das System, soll es auch in Österreich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit eingesetzt werden, fordert der VCÖ.
Nav-Compte cz Hora01.06.2022, 06:30 | Zeit: 01.06.2022, 06:30