Die Regierung legt ein 6-Milliarden-Paket gegen die Inflation vor

Von den sechs Milliarden Euro, die für Sofortmaßnahmen vorgesehen sind, sollen fünf Milliarden direkt zur Entlastung der Bevölkerung und eine Milliarde der Wirtschaft zugute kommen, so die APA.

Wie Sie wissen, wird der CO2-Preis, der klimaschädliches Verhalten verteuern soll, von Juli auf Oktober verschoben. Der Klimabonus, der zunächst die CO2-Steuer ausgleichen soll, soll laut Angaben stärker steigen als gemunkelt, nämlich auf bis zu 500 Euro pro Person (die Hälfte für Kinder), unabhängig vom Wohnort in Österreich. Dieser Bonus wird ab Oktober ausgezahlt. Grundsätzlich war für dieses Jahr beim Klimabonus eine regionale Staffelung von 100 bis maximal 200 Euro vorgesehen.

Als zusätzliche kurzfristige Entlastungsmaßnahme sollen nach APA-Angaben im August zusätzlich 180 Euro Familienbeihilfe gezahlt werden. Auch finanziell schwache Personen wie Arbeitslose oder Arbeitslosengeldempfänger sollen eine Einmalzahlung von 300 Euro erhalten. Im Unternehmensbereich scheint es beispielsweise Steuerbefreiungen für Mitarbeiterboni bis zu 3.000 Euro zu geben.

Eine automatische Wertkorrektur von Sozialleistungen wie Familien- oder Studienbeihilfen wiederum soll nachhaltig wirken. Zudem hat sich die Koalition auf ein Modell zur Abschaffung der kalten Progression geeinigt, damit mehr Lohnerhöhungen durchgehalten werden. Künftig sollen zwei Drittel der Kaltprogression automatisch kompensiert werden, wobei ein Drittel einen gewissen Spielraum für die Regierung lässt. Auch verschiedene Abzüge sind zu prüfen. Diese langfristigen Maßnahmen sind jedoch komplexer und können erst im Herbst entschieden werden.

Das am Dienstag um 8 Uhr von der Regierung vorgestellte Paket ist bereits das dritte Maßnahmenpaket, um dem rasanten Preisanstieg entgegenzuwirken. Die ersten beiden Pakete hatten zusammen ein Volumen von vier Milliarden Euro.

Auch die Stadt Wien hat am Dienstag Inflationsbekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Obwohl kürzlich ein Paket geschnürt wurde, sind aufgrund der nahezu verdoppelten Anhebung der Fernwärmetarife weitere Schritte geplant. Dies wird Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) um 11.30 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz im Rathaus bekannt geben.

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