Liga der Nationen
Bundestrainer Murat Yakin sagt nach dem vernichtenden Sieg über Portugal: „Ich hoffe, bald Single zu sein …“
Die Schweiz besiegte Portugal in der Nations League mit 1:0: Es ist ihr erster Sieg im Jahr 2022 und eine starke Reaktion nach den vorherigen drei Niederlagen. Nun folgt die Sommerpause für die Auswahl.
Endlich mal wieder ein Grund zum Feiern: Die Schweizer Spieler feiern das 1:0 durch Haris Seferovic (2.v.r.).
Schlüssel Schlüssel
Ihr Lächeln ist zurück! Als sich Murat Yakin kurz vor Mitternacht verabschiedet, tut er das in bester Laune. Natürlich, denn der 1:0-Sieg in Portugal tut der Seele gut. Aber auch weil jetzt nach 17 Tagen mit der Auswahl noch ein paar Tage Urlaub übrig sind, ist das vergleichbar mit einem großen Turnier. Yakin wird sich mit seiner Familie von den Schwierigkeiten der letzten Tage erholen. Und auch mal Golf spielen. „Ich hoffe, bald Single zu sein“, sagt sie mit einem Lächeln. Sie basiert auf Ihrem Golf-Handicap (derzeit: 11) und nicht auf Ihrem Beziehungsstatus.
Erleichterung nach dem Sieg: Murat Yakin.
Cooler Ansatz
Spieler können das nationale Spielfeld auch unmittelbar nach dem Spiel verlassen. Jetzt heißt es in den (zu kurzen) Ferien nach der langen Saison wieder Kraft tanken. Mit der Aussicht, dass die neue Saison für die nächste WM vom 21. November bis 18. Dezember nicht weniger intensiv wird. In Deutschland und England ist es 5/6. August läuft, in Italien und Spanien eine Woche später. In der Schweiz beginnt die Meisterschaft am 17. Juli.
Yakins besonderes Lob an Captain Xhaka und die Innenverteidigung
In einer ersten Analyse nach dem Sieg gegen Portugal sagt Yakin: „Wir haben da weitergemacht, wo wir gegen Spanien aufgehört haben. Sie waren aktiv und bewegten sich mit hoher Intensität. Und wir haben die richtigen Schlüsse aus den vergangenen Spielen gezogen.“ Yakin lobte vor allem Kapitän Granit Xhaka. Defensive Stabilität Erstmals spielte das Duo Akanji/Elvedi bei diesem gemeinsamen Wechsel in der Innenverteidigung zusammen, das war sofort spürbar.
Die schönsten Bilder im Spiel:
Die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist zurück
Der 1:0-Sieg über Portugal ist der erste Sieg der Schweiz im sechsten Anlauf des Länderspieljahres 2022. Es ist auch der erste Sieg gegen eine grosse Nation seit dem legendären 5:2-Sieg gegen Belgien im November 2018. Denn Tschechien 0:2 gegen Spanien verloren, gleichzeitig verloren, die Hoffnung, dass die Schweiz in der Liga A bleibt, kehrt intakt zurück. Die letzten beiden Spiele dieser League of Nations-Saison stehen im September an, zunächst in Spanien (24. September), dann in St. Gallen gegen Tschechien (27. September).
Dies war das Spiel zwischen der Schweiz und Portugal
Der Schweizer Sieg ist auch deshalb besonders süß, weil es sich um eine gelungene 0:4-Revanche vergangene Woche in Lissabon handelt. Die beiden Aufführungen sind völlig unterschiedlich. Obwohl das 1:0 am Ende zitterte, ist der Nati-Sieg verdient. Weil es eine leidenschaftliche und unterstützende Leistung zeigt. Und natürlich der Torhüter Jonas Omlin, der heraussticht.
Mit diesem Sieg im Gepäck können die Schweizer dennoch mit guten Gefühlen in die Sommerferien gehen. Wenn es stimmt, dass der letzte Eindruck zählt, kann das Vertrauen in die WM wieder steigen. Wer weiß, vielleicht gibt es im Achtelfinale sogar ein Wiedersehen mit Portugal. Da landete die Schweiz hinter Kamerun, Brasilien und Serbien auf dem zweiten Platz. Und die Portugiesen haben inzwischen Uruguay, Ghana und Südkorea hinter sich gelassen.
Es ist jedoch noch ein langer Weg zu gehen. Zweifellos ist den Schweizern bewusst, dass sie sich bis zum Saisonhöhepunkt in einigen Bereichen noch deutlich verbessern müssen.
Das schnellste Nationaltor seit 1988
Immer wieder scheiterten die Schweizer in den letzten drei Spielen. Jedes Mal kassierten sie in der ersten Viertelstunde ein Gegentor. Wäre es zumindest diesmal möglich, unbeschadet ins Spiel zu starten?
Und wie das geht! Es ist sogar ein echter Traumstart. Nur 56 Sekunden waren gespielt, als Haris Seferovic den Ball schön im portugiesischen Netz vollendete. Das letzte Tor erzielte die Nati 1988 in der ersten Spielminute (Alain Sutter gegen Luxemburg).
Wunderbares Tor: Seferovic trifft mit dem Kopf, wie schon zweimal im Achtelfinale gegen Frankreich.
Michael Buholzer / AP / keystone-sda.ch
Im Hinspiel waren die Schweizer schuld, weil der Druck überhaupt nicht funktionierte, was zu vielen schnellen Kontern führte. Diesmal ist es genau ein perfekt ausgeführter Druck, der zum Ziel führt. Neben der Ankunft von Seferovic war auch Widmers Hereingabe ein Genuss.
Das Ziel war eine kleine Erlösung für Seferovic. Er, der für Benfica spielt, hat in dieser Saison aufgrund einer Wadenverletzung nur 528 Minuten gespielt. Und deshalb steht Bundestrainer Murat Yakin unter besonderer Beobachtung. Fakt ist, dass Seferovic im Strafraum immer einen hervorragenden Job macht und zu einer Art Himmelskönig geworden ist. Seine beiden Tore erzielte er bereits im Achtelfinale der EM gegen Frankreich.
Xherdan Shaqiris frühe Verletzung
Für einen kurzen Moment nach 12 Minuten schien es, als könnte es für die Nati noch besser werden. Denn der kroatische Schiedsrichter Jovic hat nach einer Hand den Elfmeterpunkt signalisiert. Doch als Elvedi kurz zuvor ein Foul beging, zog er die Entscheidung nach Anhörung der Bilder im Fernsehen zurück.
Wenig später schied Shaqiri aus, der für die Annullierung des Elfmeters sorgte. Während eines Sprints zwickte plötzlich sein Oberschenkel. “Ich hoffe, es ist nichts Ernstes”, sagte er nach dem Spiel.
Okafor wurde im Match für Shaqiri gelöscht. Es war nicht die einzige erzwungene Veränderung. Stark verletzte sich Widmer bei einer Abwehraktion am Knie, kroch irgendwie in die Pause, dann ersetzte ihn Steffen. Ja, Steffen, auf der rechten Abwehrseite, denn weder Lotomba noch Mbabu waren im Spiel. Der Wolfsburger schnitt deutlich besser ab als in Portugal. Er erhielt auch Lob von Trainer Yakin.
Portugal erhöhte den Druck, doch Ronaldo fehlte merklich
Der Druck der Portugiesen auf den Ausgleich war in der zweiten Halbzeit teilweise vehement. Was auch zu dem einen oder anderen individuellen und unnötigen Fehler der Schweiz geführt hat. Aber die Nati verteidigte immer die Solidarität und konnte Omlin immer vertrauen. „Das war ein toller Einsatz im Kampf um Platz 2“, sagte Yakin. Er will die Entscheidung in Ruhe besprechen. Mit Yann Sommer, Gregor Kobel und Omlin hat die Schweiz jedenfalls ein prominentes Trio in ihren Reihen.
In den letzten Minuten konnte auch Leonidas Stergiou mithelfen, die Führung über die Zeit zu retten. Es war St. Gallens erstes internationales Verteidigungsspiel. Stürmer Zeki Amdouni konnte nicht einrücken, weil Yakin fünf Auswechslungen vornehmen musste.
Er reiste nicht nach Genf: Cristiano Ronaldo.
Schlüssel Schlüssel
Bei aller Freude über diesen Schweizer Sieg darf eines nicht vergessen werden: Cristiano Ronaldo fehlte an diesem Abend. Er ist nicht einmal in die Schweiz gereist, um sich noch ein paar Tage auszuruhen. Obwohl der Superstar bereits 37 Jahre alt ist, sind die Portugiesen ohne ihn eine ganz andere Mannschaft als mit ihm.
Doch die Schweizer sollten sich im Moment keine Sorgen machen. Für sie zählt nur das Ergebnis. Es ist ein Sieg, der für die kommenden Monate sehr wertvoll sein könnte.