Die Schweiz blockiert die Lieferung von Panzern an die Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) klagt seit Wochen über Waffenmangel. Die Ukraine kann die russischen Streitkräfte nur besiegen, wenn sie mehr Waffen liefert. Daher beschloss Dänemark, 20 Infanterie-Kampffahrzeuge Piranha III an die Ukraine abzutreten.

Da die Giganten jedoch aus der Schweiz kamen, mussten die dänischen Behörden eine Genehmigung aus der Schweiz beantragen und wurden schnell abgelehnt. Das zeigen Recherchen der «SRF Rundschau». Wie der Schweizer Wirtschaftsstaatssekretär Seco gegenüber dem Programm bestätigte, lehnte das Seco den Antrag vor wenigen Tagen ab.

Der Druck aus dem Ausland nimmt zu

Da sich Dänemark verpflichtete, die massiven Panzer zu kaufen, die nur mit Zustimmung der Schweiz übermittelt würden, muss die Ukraine auf die Piranha-III-Panzer verzichten.

Das Seco begründete seine Ablehnung der Neutralität und des Kriegsmaterialgesetzes, das Waffenexporte in Kriegsländer verbietet. Das Szenario erinnert an das Schweizer Veto, mit dem das Seco den Munitionstransfer zum Cheetah-Panzer blockierte. Anfang April stellte Deutschland einen Antrag beim Wirtschaftssekretariat, der ebenfalls abgelehnt wurde.

Ob die Schweiz diesen Kurs fortsetzen kann, ist jedoch unklar. Der internationale Druck steigt. Waffenlieferungen an die Ukraine waren bereits ein Thema im WEF. Bundesvizekanzler Robert Habeck (52) forderte “maximale Unterstützung” für die Ukraine. „Wir müssen unsere eigene Einstellung an der Realität messen“, sagte Habeck. Gesagt, getan. Gemäss Rundschau-Untersuchung hat die Bundesregierung die Schweiz bereits aufgefordert, ihr Munitionsexportverbot zu überdenken.

Kriegsmaterialgesetz bietet Handlungsspielraum

Diese oder nächste Woche soll der Bundesrat entscheiden, wie weiter über das Programm berichtet wird. Einige Stimmen im Parlament und in der Bundesverwaltung unterstützen nicht die Idee, dass der Schweiz die Hände durch das Kriegsmaterialgesetz gebunden werden sollen. Unter bestimmten Bedingungen könnte die Schweiz durchaus den Export von Kriegsgerät zulassen.

«Der Bundesrat sollte handeln und seine Praxis korrigieren», sagt der Spitzenpolitiker und Präsident der Aussenpolitischen Kommission Pirmin Bischof (63). Auch Grünen-Fraktionschefin Tiana Moser (43) würde diesen Ansatz unterstützen. Die Schweiz würde Waffen nicht direkt exportieren. Diese wurden bereits in andere Länder verkauft. Außerdem würden sie an ein Land übermittelt, das sich gegen einen Angreifer verteidigt. Die SVP hingegen sieht das anders. Die Schweiz sollte nicht von ihrem bisherigen Kurs abweichen. (dzc)

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