Ofenheizung und Powerbank
Die Schweizer bereiten sich auf einen Winter ohne Gas und Treibstoff vor
Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat die Angst vor einer prekären Energiesituation im Winter zugenommen. Dies zeigt sich bereits bei Bestellungen bei Online-Händlern. Im Hochsommer sind Heizöfen sehr gefragt.
Bundesrätin Simonetta Sommaruga (62) hat wegen der Energiekrise sogar ihren Urlaub abgesagt. Diese Tage und Wochen sind zu entscheidend, um sich bewusst auf die nahende winterliche Energiekrise vorzubereiten. Es sind nicht mehr nur Politiker, die es tun. Sorgen bereiten Herrn und Frau Schweizer auch die Folgen des Krieges in der Ukraine, dass Gas und Strom in wenigen Monaten knapp werden.
Brennholz zum Heizen wird ihnen laut SRF zur Verfügung gestellt. Aber nicht nur. Der Verkauf von Stromgeneratoren, Solarmodulen, Kraftwerken und Heizkörpern boomt derzeit beim Online-Händler Digitec Galaxus. „Sollte sich die Lage auf dem europäischen Strommarkt nicht zeitnah entspannen, rechnen wir mit Rekordumsätzen“, heißt es in einer Mitteilung.
Heizkörper sehr gefragt
Insbesondere Klimaanlagen und Ventilatoren sind nach wie vor sehr gefragt. Kein Wunder angesichts der Hitze, die das Land seit Tagen zum Schwitzen bringt. Ein möglicher Stromausfall ist bereits sehr präsent. Obwohl die Versorgungssicherheit derzeit noch gegeben ist. Im Winter kann es eng werden. Dreht Russland das Gas ab, wird es im Wohnzimmer schnell ungemütlich und im schlimmsten Fall kalt. Zusicherungen der Politik, private Haushalte seien von den Quoten nicht betroffen, scheinen sich nicht gehalten zu haben.
«Seit 20 Jahren gewappnet»: Glarnerin Rita (72) ist auf die Energiekrise im Winter vorbereitet (01:51)
Die offensichtlichste Erhöhung betrifft die Heizkörper. Bis Mai lagen die Verkaufszahlen in etwa auf Vorjahresniveau. Im Juni (plus 372 Prozent) und Juli (plus 398 Prozent) vervielfachte sich die Nachfrage jedoch.
Plötzlich kein Zug mehr fürs Handy?
Die Angst, dass plötzlich der Strom ausgeht, zum Beispiel fürs Handy, scheint sehr groß zu sein. Kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar wurden 515 Prozent mehr Kraftwerke gekauft als ein Jahr zuvor. Entsprechend ging es weiter, wie Digitec Glaxus schreibt. „Im Juni haben wir mehr mobile Vermittlungsstellen verkauft als je zuvor. Auch im Juli liegen wir bereits 353 Prozent über dem Vorjahr.
Aktuell wird sogar nach Stromgeneratoren gesucht. Ein Stromgenerator besteht aus einer Antriebseinheit, meist einem Diesel- oder Benzinmotor, und einem Generator, der daraus Strom erzeugt. Im März verkauften sie 188 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die notwendigen Benzinkanister. (pb)