Die Schweizer Notenbank hebt überraschend die Leitzinsen an

Einkaufen im Supermarkt

Auch die Schweiz kämpft mit einer hohen Inflation.

(Foto: IMAGO / MiS)

Zürich Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat nach mehr als sieben Jahren Beharren auf der Geldpolitik überraschend die Zinsen angehoben. Der Leitzins und der Zinssatz für Sichteinlagen bei der Zentralbank werden ab dem 17. Juni unter 0,25 Prozent liegen, teilte die SNB am Donnerstag mit.

Seit Januar 2015 liegen die Zinsen unter 0,75 Prozent. Die Nationalbank strafft die Geldpolitik, um dem steigenden Inflationsdruck entgegenzuwirken, sagte die SNB. «Eine strengere Geldpolitik soll verhindern, dass die Inflation in der Schweiz weiter auf Waren und Dienstleistungen übergreift.»

Laut Notenbank kann nicht ausgeschlossen werden, dass in absehbarer Zeit weitere Zinserhöhungen notwendig sind, um die Inflation mittelfristig zu stabilisieren. Zur Sicherstellung angemessener monetärer Rahmenbedingungen ist die Nationalbank bei Bedarf auch bereit, am Devisenmarkt aktiv zu werden.

Der Schweizer Franken wertet deutlich auf. Der Dollar verlor gegenüber der Landeswährung 1,1 Prozent auf 0,9832 Franken. Der Leitzins und der Zinssatz für Sichteinlagen bei der Zentralbank liegen ab dem 17. Juni 2022 nun unter 0,25 Prozent. Seit Januar 2015 liegen die Zinsen unter 0,75 Prozent.

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Die meisten von Reuters befragten Ökonomen hatten im Vorfeld der vierteljährlichen Lagebeurteilung der SNB unveränderte Zinsen prognostiziert.

Laut Brian Mandt, Ökonom bei der Luzerner Kantonalbank, war die Massnahme notwendig. Die Inflation in der Schweiz ist mit 2,9 Prozent im internationalen Vergleich noch moderat. Aber auch im Land seien die Risiken gestiegen. “Mit der Verabschiedung des Zinssatzes akzeptieren sie auch, dass der Franken stark bleibt oder sogar aufwertet, insbesondere gegenüber dem Euro.” Dies dient der Eidgenössischen Währungsbehörde als zusätzliches Mittel zur Reduktion der importierten Inflation.

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