Kronenzahlen steigen dynamisch an
01.07.2022, 01:45 Uhr
Die Corona-Infektionsrate in Deutschland steigt wieder. Die Inzidenz von sieben Tagen steigt ebenso wie die Zahl der Krankenhauspatienten. Der Subtyp BA.5 breitet sich weiter aus. Das Robert-Koch-Institut warnt vor der Einhaltung von Abstands- und Hygienestandards.
Höhere Inzidenzen, mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen, wieder mehr Patienten mit Covid-19 auf Intensivstationen, laut Robert-Koch-Institut (RKI) zeigt das Infektionsgeschehen zuletzt einen dynamischen Aufwärtstrend. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in der vergangenen Woche bundesweit um 38 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, so der Wochenbericht des RKI. Folglich betraf dieser Anstieg alle Altersgruppen, insbesondere ältere Menschen, Kinder und Jugendliche.
Dem Bericht zufolge gab es in der vergangenen Woche erneut einen deutlichen Anstieg der Zahl der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen sowie der Zahl der mit Covid-19 versorgten Menschen auf Intensivstationen. Die Zahl der Patienten auf einer Intensivstation lag laut DIVI-Intensivregister an diesem Donnerstag bei 934 gegenüber gut 600 Patienten zu Monatsbeginn.
Zudem ist laut Wochenbericht die in Deutschland seit einiger Zeit dominierende Subvariante omicron BA.5 zuletzt wieder gestiegen. Nach neuesten Erkenntnissen, einer Stichprobe aus der Vorwoche, lag ihr Anteil bei knapp 66 Prozent. In der Vorwoche lag der Anteil von BA.5 bei rund 52 Prozent. Wie RKI-Experten schreiben, ist die BA.4-Variante zuletzt weiter gestiegen, allerdings mit geringerer Wucht als in den Wochen zuvor; nach neuesten Erkenntnissen waren es rund 7 Prozent. In Deutschland wird das Genom nur bei einem geringen Anteil positiver Proben vollständig untersucht.
Entwicklung der omicron-Erkenntnisse Tabellarische Übersicht der omicron-Erkenntnisse
„Damit folgen die Aktien der Omicron-Sublinien in Deutschland dem Trend vieler anderer Länder“, sagt er. Die sogenannten Ohrproteine BA.4 und BA.5 haben nach aktuellem Wissensstand Eigenschaften, „die mit einer erhöhten Übertragbarkeit und/oder Immunflucht einhergehen“. Die bisher verfügbaren epidemiologischen Daten deuten jedoch nicht darauf hin, dass Infektionen mit BA.4 oder BA.5 schwerwiegendere oder proportional tödlichere Krankheitsverläufe verursachen als die vorherigen BA.1 und BA.2, betonen Experten. Allerdings: Aufgrund des starken Anstiegs der Infektionsfälle ist derzeit eine höhere Zahl schwerer Schlaganfälle zu beobachten, was sich in der Zunahme der Krankenhauseinweisungen ausdrückt.
„Im Vergleich zu den geplanten Spätmeldungen ist die Zahl der Todesfälle gestiegen“, warnt das RKI. Experten haben in diesem Zusammenhang auch via Twitter betont, dass „auch bei einer schweren Erkrankung von einem sehr guten Impfschutz ausgegangen werden kann“, insbesondere bei Personen mit Auffrischimpfungen. Angesichts der Entwicklung und der weiterhin als „hoch“ bezeichneten Gefährdung der Bevölkerung durch Covid-19 fordert das RKI weiterhin die Einhaltung der Empfehlungen zum Infektionsschutz: Abstand halten, Hygieneregeln einhalten, Tragen Sie eine Maske, lüften Sie und verwenden Sie die Kronenwarn-App. Das Institut empfiehlt außerdem, bei neuen Symptomen wie Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten den Kontakt “dringend” zu vermeiden und gegebenenfalls den Hausarzt zu kontaktieren, unabhängig vom Impfstatus und auch bei negativem Schnelltestergebnis.