Die SPD pflegt enge Beziehungen zu Altkanzler Schröder

SPD-Politiker halten Gerhard Schröder inzwischen etwa so weit von Berlin entfernt wie Moskau. Als er in der New York Times interviewt wurde, war seine Geduld am Ende. Darin forderte Schröder Ende April, die Beziehungen zu Russland trotz des Angriffskrieges aufrechtzuerhalten. “Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass Putin daran interessiert ist, den Krieg zu beenden. Aber das ist nicht so einfach. Es gibt einige Punkte, die geklärt werden müssen.”

Mona Jäger

Chefredakteur für Online-Nachrichten und Politik.

Zu den mutmaßlichen Kriegsverbrechen russischer Soldaten in Butscha sagte Schröder: “Das sollte untersucht werden.” Allerdings glaubt er, dass die Befehle nicht von Putin kamen, sondern von unteren Ebenen.

Dann sagte Parteichefin Saskia Esken: „Schröder verdient sein Geld mit der Arbeit für russische Staatsunternehmen, und seine Verteidigung von Wladimir Putin gegen Anklagen wegen Kriegsverbrechen ist völlig absurd.“ Auf die Frage, ob Schröder aus der Partei austreten solle, sagte Esken: „Er. Schröder war „völlig isoliert in der Sozialdemokratie“, sagte Anfang März sein Co-Vorsitzender Lars Klingbeil vom Essen.

Und dann gibt es noch diese russischen Angebote

Das Verhältnis zwischen Schröder und der Partei war freilich nie einfach. Genauer gesagt: Es war immer schwierig. Er kämpfte zunächst darum, seine Parteifreunde zu übertrumpfen, um für die Kanzlerkandidatur zu kandidieren. Dann folgte der Triumph, das Kanzleramt zu betreten. Aber der Kanzler und die Kanzlerpartei blieben ein Zweckbündnis. Das Verhängnis aus Sicht der SPD waren die Reformen des Arbeitsmarktes. Rund 15 Jahre lang machte die SPD den Niedergang der Partei verantwortlich – und damit Schröder.

Und dann gibt es noch diese russischen Angebote. Schröder war wenige Tage zuvor aus dem Kanzleramt ausgeschieden, als bekannt wurde, dass er Vorsitzender des Gesellschafterausschusses und Mitglied des Gesellschafterausschusses der Gazprom-Nord-Stream-Tochter wird. Es war der erste von Schröders diversen Jobs in Putins Energieimperium. Die SPD hat sich nie darüber aufgeregt. Aber auch in der Öffentlichkeit waren Sie nicht begeistert. Ganz zu schweigen davon, dass Schröder aufgefordert wurde, zurückzutreten oder sogar die SPD zu verlassen. Auch nicht nach der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014. Stattdessen wurde eine Einigung erzielt.

Stimmungen vor der Wahl: beim Sonderparteitag 2017 in Dortmund: Bild: ddp

Wenn jetzt viele behaupten, Schröder sei nur ein Geschäftsmann, der Mitglied der SPD wird, dann täuscht dieser Eindruck. Denn die SPD und Schröder waren sich in den vergangenen Jahren deutlich näher gekommen. Trotz der offen zur Schau gestellten Freundschaft zwischen Schröder und Putin. Auch Schröder selbst zeigte sich gegenüber der FAZ verwundert, weil ihr Engagement in der russischen Energiewirtschaft zuvor von der SPD nicht kritisiert worden war. „Was die Kontakte zur SPD betrifft, habe ich keinen Grund zur Klage. Es liegt nicht an mir, ob der eine oder andere es lieber vergessen möchte“, sagte Schröder der FAZ


Es war Sommer 2017, Martin Schulz war Kanzlerkandidat, und wieder einmal lief es nicht rund für die SPD. In den Umfragen vor der Bundestagswahl lag er weit hinter Union und Angela Merkel. Dann tat die SPD, was sie oft tat, wenn es ihnen nicht gut ging: Sie schleppten die Sau von Bühne zu Bühne. Der Eisenbieger. Deshalb bat Schulz Schröder, auf dem Sonderparteitag der Partei in Dortmund eine Rede zu halten.

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