Viele Beschwerden
Wer scheitert nach einhelliger Meinung? An den zuständigen Schulträger, die MA 56. Das Magistrat steht im politischen Einflussbereich des stellvertretenden Bürgermeisters und Bildungsstadtrats Christoph Wiederkehr (Neos).
Die von den Regisseuren beschriebenen Fälle klingen seltsam. Das Problem: Niemand, mit dem der KURIER gesprochen hat, will den eigenen Namen – und damit den der Schule – in der Zeitung lesen. Schon eine zu detaillierte Beschreibung der Vorgänge, die dem KURIER schriftlich vorliegt, könnte Rückschlüsse zulassen, auch negative Folgen für den Standort der Schule: „Wer sich in Wien ärgert, kommt auf die Abschussliste, die Kolleginnen und Kollegen werden massiv eingeschüchtert die Behörden.”
Frustration
Die Vorwürfe der Direktoren stimmen in wesentlichen Punkten überein: „Unter Zeitdruck wurden mit den Lehrerteams gute Konzepte erarbeitet, um den Kindern zu ermöglichen, wichtige Dinge zu tun, die ihnen fehlen“, sagt einer der Betroffenen. Auch das Bundesministerium hat den Konzepten zugestimmt. Komplizierter wurde es erst, als Sie sich an die MA 56 gewandt haben. „Jetzt sind wir alle – unsere Lehrer, aber auch die Eltern – frustriert.“
Die Bandbreite der Projekte war groß: Manche Orte betrafen kleinere bauliche Maßnahmen, andere wünschten sich zum Beispiel Unterstützungspersonal, Möbel oder Gewaltpräventionswerkstätten. Andere wollten die Digitalisierung vorantreiben und bestellten Smartboards oder Tablets.
Vor allem letzteres soll in der MA 56 nicht genehmigt worden sein: Dass einige Direktoren bereits Firmen zur Verfügung hatten, die die Endgeräte liefern und sich um Schulung und Wartung kümmern, ließ die Alarmglocken schrillen.
Die Anschaffung der Ausstattung und „das Einbringen fremden Inventars ins Haus“ sei Geschäftsführern grundsätzlich untersagt, beklagen Betroffene. Sie können auch keinen WLAN-Router installieren. Es könne “ja anfangen zu brennen”, sagt er. “Was wir brauchen, dürfen wir nicht bekommen. Aber die Stadt stellt es uns auch nicht zur Verfügung.”