Facebook, Google, Twitter und Microsoft einigen sich auf einen Verhaltenskodex zum Umgang mit Fehlinformationen auf ihren Plattformen innerhalb der EU.
US-Technologiegiganten wie Facebook, Google, Twitter und Microsoft haben sich verpflichtet, mehr zu tun, um die Verbreitung von Fake News, gefälschten Accounts und politischer Werbung auf ihren Plattformen in der EU zu stoppen. Am Donnerstag einigten sich die Unternehmen auf einen entsprechenden Verhaltenskodex. Bei Fehlverhalten drohen ihnen Strafen von bis zu sechs Prozent der Jahresrechnung. Laut EU-Industriekommissar Thierry Breton ist auch das Exil aus Europa denkbar.
Insgesamt haben mehr als 30 Unternehmen die neuen Richtlinien unterzeichnet, darunter TikTok und die E-Sport-Plattform Amazon Twitch, wie die EU-Kommission mitteilte.
Verhaltenskodex gegen Falschmeldungen
Die Unternehmen haben nun sechs Monate Zeit, um ihre neuen Verpflichtungen zu erfüllen, und müssen ihre Fortschritte Anfang 2023 in einem Bericht nachweisen.
Der neue Kodex beweise, dass Europa seine Lektion gelernt habe und nicht länger naiv sei, sagte die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Vera Jourova. Der Krieg in der Ukraine, die Corona-Krise und der Brexit haben die EU dazu gedrängt, mehr gegen Fake News zu unternehmen. Kritiker werfen der EU-Kommission Versäumnisse vor. Der Verein ACT bemängelte, dass der Kodex keine konkreten Maßnahmen zur Eindämmung manipulativen Verhaltens vorschreibe.
(APA/Reuters)