Die Ukraine gewinnt den Haydn-Wettbewerb

Kultur

Die ukrainische Sopranistin Nataliia Shumska gewinnt den Vierten Internationalen Haydn-Klassik- und Arien-Gesangswettbewerb in Rohrau. Die Jury verlieh ihm den mit 8.000 Euro dotierten 1. Preis des Landes Niederösterreich.

30.05.2022 09.02

Online ab heute, 9.02 Uhr

Dieses Mal wurden 32 Sänger zum Wettbewerb mit 55 Einsendungen eingeladen, von denen sechs die Endrunde erreichten. Die Jury unter dem Vorsitz von Kammersängerin Angelika Kirchschlager war absolut nicht zu beneiden.

Haydns dramatische und hyperemotionale Darbietung der Arie „Perché se tanti siete“ aus der „Scena di Berenice“ wirkte fast wie eine vorprogrammierte Äußerung über Schmerz und Leid, um die Entscheidung des einzigen ukrainischen Teilnehmers nahezulegen. Gleichzeitig konnte die russische Sopranistin Mariia Alkhovik zumindest mit ihrem souveränen Ausdruck und ihrer überzeugenden Schaffenskraft beeindrucken: Sie gewann schließlich den zweiten Preis, der von der Haydnregion Niederösterreich mit 4.000 Euro dotiert ist.

ORF NÖ Die Finalrunde fand in Haydns Geburtshaus in Rohrau (Kreis Bruck an der Leitha) statt.

Zumindest ging niemand in der Endrunde leer aus. Auch eine russische Sängerin, Ekaterina Protsenko, gewann den dritten Preis (2.000 Euro vom Markt Rohrau). Der Sonderpreis für die beste Darbietung eines Liedes ging an den österreichischen Bariton Benjamin Sattleder, der für die beste Darbietung einer Arie an die Sopranistin Natalie Weinberg (USA).

Die Öffentlichkeit beteiligte sich über YouTube

Der abchasische Bariton Said Gobechiya konnte den mit 2.000 Euro dotierten Publikumspreis von Alfred Dorfer entgegennehmen (bei insgesamt 1.199 Stimmen, da die Finalrunde auch live auf YouTube verfolgt werden konnte). Dorfer zeigte sich zufrieden darüber, dass die Öffentlichkeit zurückgekehrt sei, “in einer Zeit, in der wir viel gefragt werden, nur ohne an uns zu denken”.

Michael Linsbauer, künstlerischer Leiter des Haydn-Landes Niederösterreich, zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung des Wettbewerbs und dem Werdegang der bisherigen Teilnehmer und Preisträger des Vorjahres. Es sei „ein sehr liebevoller Wettbewerb“ gewesen, sagte Jury-Präsident Kirchschlager, der erklärte: „Alles funktioniert viel besser, wenn man respektiert und liebevoll miteinander umgeht. Dieser Wettbewerb ist ein Beweis dafür.“

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