Nach zwei Jahren pandemiebedingter Einschränkungen freuen sich die Veranstalter nun auf die größte Demonstration am Christopher Street Day (CSD) in Hamburg. Mehr als 250.000 Menschen sollen am Samstag ein starkes Zeichen für mehr Vielfalt, Toleranz und Respekt setzen.
„Nach zwei Jahren Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und Radvorführungen spüren wir in der Community eine große Sehnsucht nach dem regelmäßigen CSD“, sagten die Co-Präsidenten des Vereins Hamburg Pride, Nicole Schaening und Christoph Kahrmann.
Es haben sich mehr Gruppen angemeldet als je zuvor. Insgesamt 82 Gruppen, darunter Vereine wie der FC St. Pauli und politischen Parteien, ziehen auf einer Strecke von rund vier Kilometern durch die Hamburger Innenstadt. Los geht es an der Langen Reihe im Stadtteil St. Georg, das Ziel ist der Gänsemarkt.
Hamburg: 30 Lastwagen bei der CSD-Demonstration
30 Lastwagen sollen auch Teil des Demonstrationszuges sein, sagte er. Neben Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Vizebürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) wird auch der queere Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne), erwartet.
„Wir sind im Kampf um Gleichberechtigung und Akzeptanz weit gekommen, aber noch nicht genug“, sagte Lehmann. Deshalb ist das diesjährige Thema für die CSD-Parade besonders wichtig. Darin heißt es: „Unterwegs! Vielfalt statt Gewalt.“ „Jeden Tag gibt es mindestens drei Übergriffe auf queere Menschen, die Dunkelziffer ist deutlich höher. Das macht mich traurig und wütend“, sagt Lehmann.
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„Auch in Hamburg fühlt sich die queere Community auf der Straße nicht immer sicher und wir sind nicht bereit, diese Entwicklung hinzunehmen“, sagten Schaening und Kahrmann. Deshalb fordert die Politik jetzt mehr Maßnahmen, um die Gemeinschaft vor Hass und Gewalt zu schützen.
Hamburg: Polizei warnt vor Verkehrsbehinderungen
Die Polizei warnt vor erheblichen Verkehrsbehinderungen und rät zur Anreise am Samstag zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Schienennahverkehr. Alle anderen Verkehrsteilnehmer sollten möglichst viel im Bereich der Hamburger Innenstadt fahren.
Am Freitagmorgen startet ein dreitägiges CSD-Straßenfest rund um die Binnenalster mit großer Bühne, Info- und Essensständen. Musikalische Höhepunkte sind Auftritte von Sängerin Jasmin Wagner und der ehemaligen „Vampire Diaries“-Schauspielerin Kat Graham.
Nach dem Ende der Demonstration wartet das Pink Pauli Festival im Stadtteil St. Pauli, die nach Angaben der Veranstalter die größte CSD-Abschlussparty ist, die jemals in Hamburg stattgefunden hat. In insgesamt 15 Clubs und Bars auf der Reeperbahn wird bis spät in die Nacht gefeiert.
Im Rahmen der Pride Week, die traditionell vor einer Woche mit der Aktion „Hamburg zeigt Flagge“ begann, werden noch bis Montag Regenbogenfahnen an Rathaus, Museen und Kirchen gehisst. Mit seinen sechs farbigen Streifen gilt er als Symbol der queeren Community.
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Der CSD – international oft „Pride“ genannt – erinnert an die Ereignisse von 1969 in New York: Polizisten stürmten die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street und provozierten einen mehrtägigen Aufruhr unter Schwulen, Lesben und Transsexuellen. (dpa/mp)