Die Vier-Tage-Woche als Arbeitsmodell der Zukunft?

9.06.2022 10:23 (Akt. 9.06.2022 15:23)

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Die Vier-Tage-Woche ist in der Tourismusbranche schon lange in aller Munde. Nun reklamiert auch die SPÖ eine staatlich geförderte Vier-Tage-Woche.

Die SPÖ hat ihre staatlich geförderte viertägige Klage verlängert. „Während andere Länder moderne Arbeitszeitmodelle längst erproben, haben wir immer noch eine Arbeitszeitkultur wie im letzten Jahrhundert“, beklagte Sozialsprecher Josef Muchitsch am Dienstag in einer Aussendung. In diesem Zusammenhang ist es an der Zeit, die Umsetzung einer viertägigen Freiwilligenwoche voranzutreiben und entsprechende Pilotprojekte zu starten.

Forderung: 20 % weniger Arbeit

Muchitsch verwies auf eine Studie des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), die feststellte, dass Österreich im EU-Vergleich mit durchschnittlich 42,1 Stunden pro Woche einen besonders langen Arbeitstag habe. Nach dem SPÖ-Modell soll der Arbeitstag von Unternehmen dauerhaft um 20 Prozent reduziert werden. Die Kosten müssen zu einem Drittel vom Unternehmen, zu einem weiteren Drittel vom AMS und zu einem Drittel von den Gehaltskürzungen getragen werden.

Die Wirtschaftskammer hat wenig Freude daran, die Arbeitszeiten des ÖGB zu studieren. „Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Die tatsächliche Arbeitszeit in Österreich liegt unter dem EU-Durchschnitt, nicht darüber“, sagt WKÖ-Experte Rolf Gleißner. Laut Eurostat arbeiteten Österreicher im Jahr 2021 durchschnittlich 32,7 Stunden pro Woche. Bei Vollzeitbeschäftigten waren es 37,5 Stunden. „Beide Werte liegen unter dem EU-Durchschnitt, der bei 35,2 Stunden inklusive Teilzeit bzw. 38,4 Stunden bei Vollzeit liegt“, sagt Gleißner.

Seine Erklärung: Feiertage und Feiertage werden bei der tatsächlichen Arbeitszeit berücksichtigt. Der ÖGB hingegen nennt punktuell die Normalarbeitszeit, die überdurchschnittliche Ruhetage in Österreich vernachlässigt.

Gleitzeit

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt in vielen Bereichen verändert. Das bestätigt eine aktuelle Studie des Rennnetzwerks LinkedIn, wonach fast drei Viertel der nationalen Unternehmen Regelungen zur Erhöhung der Flexibilität umgesetzt haben. Mitarbeiter und Personalverantwortliche sehen diese Entwicklungen überwiegend positiv und gehen davon aus, dass sich der Trend auch in Zukunft fortsetzen wird.

Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Vor allem Frauen finden flexible Modelle sinnvoll, insbesondere im Hinblick auf flexible Arbeitszeiten (74 %), Teilzeitarbeit (64 %) oder eine Vier-Tage-Woche (73 %). Auch Männer begrüßen diese Modelle, aber ihre Begeisterung hinkt der der Frauen hinterher. 71 Prozent der befragten Männer befürworten flexible Arbeitszeiten, aber nur 47 Prozent geben zu, Teilzeit zu arbeiten. Die Vier-Tage-Woche wird von 67 Prozent der Männer positiv bewertet.

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