Die Wachstumsschmerzen der Bahn

Die gute Nachricht: Bund und Bahn gehen das Problem des maroden Schienennetzes in Deutschland endlich grundsätzlich an. Dass in den kommenden Jahren viele Milliarden Euro in die Infrastruktur fließen, ist bekannt. Das Geld wird nun aber intelligenter eingesetzt. Künftig stehen Dringlichkeit und eine stärkere Bündelung im Vordergrund. Vorrang haben die Engpässe – also Hauptstrecken rund um die großen Bal­lungsgebiete, deren Ausfall sich auf den Verkehr im gesamten Gleisnetz negativ auswirkt.

Die schlechte Nachricht: Das bleibt nicht ohne gravierende Konsequenzen auf den Be­trieb. Reisende und Gütertranspor­teure müssen sich darauf einstellen, dass Verspätungen, ausfallende Züge und Umleitungen treue Begleiter ei­ner jeden Zugreise bleiben.

Bahn-Chef Richard Lutz prägte dafür den Begriff „Wachstumsschmerzen“ – und stimmte die Kundschaft auf harte Zeiten ein. Sie könnten bis zum Ende des Jahrzehnts dauern. So lange dürfte die Sa­nierung des „Hochleistungsnetzes“ in Anspruch nehmen. Mehr als wahrscheinlich, dass manchem Kunden der Geduldsfaden schon vorher reißt.

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