Die Währungsunion wächst, wenn ein Land den Euro einführt

Stand: 03.06.2022 16:02

Kroatien könnte 2023 den Euro einführen. Welche Bedingungen muss ein Land erfüllen, um der Währungsunion beizutreten? Und sollen irgendwann alle EU-Staaten Mitglieder der Eurozone sein?

Von Stephan Ueberbach, ARD Studio Brüssel

Wenn Kroatien zum 1. Januar 2023 seine bisherige Landeswährung, die kroatische Kuna, durch den Euro ersetzt, können Menschen aus insgesamt 20 EU-Staaten mit der gemeinsamen europäischen Währung bezahlen. Wer zum exklusiven Club der Eurozone gehören will, muss zunächst viele Hausaufgaben machen.

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Die öffentlichen Finanzen müssen kontrolliert werden

Zu den Beitrittsvoraussetzungen gehören solide öffentliche Finanzen, eine niedrige Inflationsrate und eine unabhängige Zentralbank. Zudem muss das Land nachweisen, dass es seine Banken überwacht und konsequent gegen Geldwäsche vorgeht.

Laut dem aktuellen Bericht der EU-Kommission hat Kroatien nun alle Bedingungen erfüllt. Die anderen Kandidaten – Bulgarien, Rumänien, Tschechien, Ungarn, Polen und Schweden – sind aus verschiedenen Gründen noch nicht dabei. In Schweden hat sich 2003 in einem Referendum eine deutliche Mehrheit gegen die Einführung des Euro ausgesprochen.

Erster Eintritt in die Eurozone seit 2015

Rechtlich gesehen sind jedoch alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, der Eurozone früher oder später beizutreten. Einzige Ausnahme ist Dänemark. Das skandinavische Land hatte im Vertrag von Maastricht eine Sondervereinbarung für sich ausgehandelt.

Die letzte Erweiterung der Eurozone ist lange her. 2015 wurde Litauen in die Gruppe der Euroländer aufgenommen.

Kurz erklärt: Beispiel Kroatien: Wie sind Sie Teil der Eurozone?

Stephan Ueberbach, ARD Brüssel, 3.6.2022 08:22 Uhr

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