„Die Zeit für die Rettung drängt“: Unipers Betriebsrat leitet die Regierung

„Die Zeit läuft ab für die Rettungsaktion“ richtet sich an die Betriebsratsregierung von Uniper

21.7.2022 07:42

Wegen hoher Gaspreise steckt der Energiekonzern Uniper in einer tiefen Krise. Die Bundesregierung muss laut Betriebsrat des Unternehmens schnell handeln. Die Bundesregierung wird voraussichtlich bald eingreifen und warnt eindringlich vor einem Bruch.

Der Vorsitzende des Betriebsrats der Uniper Gas Gruppe, Harald Seegatz, forderte im Vorfeld der entscheidenden Rettungsverhandlungen schnelle Hilfe der Bundesregierung. „Die Zeit wird knapp, um Uniper zu retten, wir brauchen schnelle Entscheidungen der Politik und unseres Eigentümers Fortum“, sagte Seegatz der Rheinischen Post. „Die Belegschaft ist zutiefst besorgt. Wir fordern die Bundesregierung auf, schnellstmöglich der Uniper SE beizutreten.“

Uniper 11.15

Gleichzeitig warnte Seegatz den finnischen Hauptaktionär Fortum vor der Zerschlagung von Uniper: „Uniper soll nicht zerschlagen werden, was die von Fortum gewollte Aufspaltung des Gasgeschäfts bedeuten würde. Uniper soll nicht verkauft werden. Uniper ist bei allen Parteien eine Säule.“ für die deutsche Energiewirtschaft.

Uniper ist ein internationales Energieunternehmen, das Strom und Gas an Großhandelskunden wie kommunale Unternehmen und Industrieunternehmen verkauft. Es ist stark am Gashandel mit Russland beteiligt und behauptet, eines der größten Gasunternehmen in Europa zu sein. Dies wiederum schürt die Befürchtung unkalkulierbarer Auswirkungen im Falle einer Insolvenz von Uniper.

Das “Handelsblatt” berichtete am Mittwoch, dass die Bundesregierung erwäge, 30 Prozent der Uniper-Aktien zu übernehmen. Zudem könnte die Bundesregierung bestehende Kredite der KfW-Förderbank von zwei auf acht Milliarden Euro aufstocken, um kurzfristig Liquidität für Ersatzgaskäufe bereitzustellen. Unipers Mehrheitsaktionär Fortum spaltet das Deutschlandgeschäft lieber auf, das dann der deutsche Staat übernehmen müsste.

Uniper hat am 8. Juli Stabilisierungsmaßnahmen beantragt. Der Konzern hat Liquiditätsprobleme, weil er die fehlenden russischen Gasvorräte zu höheren Preisen am Markt einkaufen muss, um Verträge mit seinen Kunden erfüllen zu können.

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