Über die Schweiz als Innovationsland ist viel geschrieben worden: Eine ganze Branche hat sich darauf spezialisiert, jungen Forschern und Wissenschaftlern bei der Umsetzung ihrer Ideen zu helfen, sie mit Investoren zu vernetzen und so eine Start-up-Kultur zu prägen, um der Schweiz zu internationalem Ansehen zu verhelfen. Und viele Leute für Geld. Denn auch wenn manche Start-ups nie wirklich über die Anfangsphase hinauswachsen, gibt es immer die sogenannten „Einhörner“. So nennen Experten aufstrebende Unternehmen, die bereits nach relativ kurzer Zeit und noch vor ihrem Börsengang auf eine oder mehrere Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Geschmiedet werden diese Start-ups natürlich von Schweizer Forschungsinstitutionen, allen voran der ETH und der Hochschule für Gestaltung und Kunst bei Lausanne (ECAL). Aktuell haben einige Unternehmen, die von Absolventen unserer Technischen Universitäten gegründet wurden, Unicorn-Status; Wir stellen vier vor:
Der „Südpol“ ist fast vom Südpol bis zum Nordpol aktiv
30 Büros auf sechs Kontinenten, mehr als 700 realisierte zertifizierte Projekte in 50 Ländern, 170 Millionen Tonnen CO₂ eingespart oder bereits 2019 aus der Atmosphäre entfernt, unzählige Umweltauszeichnungen, das ist die ziemlich überwältigende Bilanz von „South Pole“. Die ETH-Fünf-Absolventen Patrick Bürgi, Thomas Camerata, Renat Heuberger, Ingo Puhl und Christoph Sutter gründeten den CO₂-Online-Rechner «myclimate» ursprünglich im Jahr 2006. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmer können damit den eigenen ökologischen Fussabdruck berechnen, entweder im Detail für a Flug oder für eine ganze Jahresbilanz. In einem weiteren Schritt können Sie auf der Website auch Ihre eigenen CO₂-Emissionen kompensieren, sodass Sie sofort den Betrag bezahlen können, der erforderlich ist, um CO₂ wieder aus der Luft zu entfernen. Je nach Geschmack können Sie sogar wählen, für welche Klimaprojekte Sie das Geld verwenden.
Nach dem Erfolg von „myclimate“ haben die Gründer den grossen Bedarf an Lösungen zur CO₂-Reduktion bzw. CO₂-Abscheidung und -Speicherung aus der Luft erkannt und sich darauf spezialisiert. Ob es sich um Wiederaufforstungsprojekte, die Wiederherstellung von Ökosystemen, saubere Verbrennungslösungen für Küchenherde in afrikanischen Ländern, die Entwicklung geothermischer Energie oder einfach Möglichkeiten zur Investition in klimafreundliche Projekte handelt, South Pole hat Lösungen. Und mit solchem Interesse beschäftigt das Unternehmen heute 500 Mitarbeiter in 20 verschiedenen Ländern. Kunden sind global agierende Unternehmen wie Nestlé oder Chanel, aber auch Regierungsorganisationen, unter anderem in Belize, Vietnam oder Kolumbien.
Bei Climeworks wird CO₂ zu Stein
Über das 2009 gegründete Spin-off der ETH Climeworks haben wir bereits mehrfach berichtet. Aus gutem Grund: Dank eines an der Eawag entwickelten holzbasierten «Nanoschwamms» nutzen die Gründer Christoph Gebald und Jan Wurzbacher zusätzliche Technologien zur direkten Abscheidung von CO₂ aus der Luft. CO₂ liefert das Unternehmen dann als eine Art Dünger an Gemüsebauern oder Mineralwasserbauern, um das Wasser mit „Blättern“ anzureichern – Valser ist zum Beispiel Kunde. Wesentlich effizienter ist jedoch ein Verfahren, das Climeworks in einer Anlage auf Island anwendet, die CO₂ – mit Wasser vermischt – sozusagen in Stein verwandelt und unterirdisch lagert. Climeworks bietet die Website auch an, um die eigenen CO₂-Emissionen aus der Luft zu entfernen. Climeworks beschäftigt derzeit 150 Mitarbeiter in vier Ländern. Große Unternehmen wie Microsoft arbeiten mit Climeworks zusammen, und auch die Liste der Investoren kann sich sehen lassen: Unzählige gibt es, vom US-Energieministerium bis zur Swiss Re.
Schnelle Scans mit Smart Devices sind eine Erfindung von Scandit
Sie sind Computeringenieure, Finanzexperten, Elektroingenieure und an der ETH, MIT, Cambridge und IBM ausgebildet. Und Christof Roduner, Samuel Müller und Christian Flörkemeier hatten gemeinsam eine Idee, nämlich dass ein normaler Barcodeleser nervt: Man muss ihn genau im richtigen Winkel halten, er macht auch noch ein paar lästige Geräusche, er ist unbequem in der Handhabung.
Wie viel einfacher wäre es, Barcodes mit einem Handy lesen zu können? Oder sogar das Lesen von Barcodes auf fast jedem digitalen Gerät zu ermöglichen? Scandit wurde 2009 gegründet und ermöglicht es Ihnen, mit Smartphones, Drohnen und Datenbrillen Barcodes, Ausweise oder Texte viel schneller und genauer als mit herkömmlichen Geräten zu scannen und zu analysieren. Kunden können Lebensmittel schnell auf Unverträglichkeiten testen, Geschäfte wie Coop können ihre Scans schneller verarbeiten und Fluggesellschaften können Sicherheitskontrollen schneller abschließen. Die Kundenliste des Unternehmens ist riesig: Von der Schweizerischen Post über japanische Grossverteiler bis hin zu Technologieriesen wie Bosch oder Gesundheitsorganisationen wie dem britischen NHS, sie alle nutzen die Dienstleistungen des Zürcher Unternehmens, das heute in Tokio, Boston, London und viele mehr. Standorten und wird mit Auszeichnungen und Auszeichnungen der Digitech-Branche überhäuft.
Das digitale Reisebüro für die Hosentasche
Eigentlich studierten sie etwas anderes: Johannes Reck war einst angehender Biochemiker mit Spezialisierung auf Hirnforschung, während Tao Tao nach einem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden Physik an der ETH studierte. Gemeinsam hatten sie 2008 eine tolle Idee: Früher ging man in ein Reisebüro und bekam nicht nur eine Reservierung, sondern auch Vorschläge für mögliche Aktivitäten am Zielort. Heute muss man es selbst suchen, aber woher weiß man, wo es ist, wenn man sich in der Gegend nicht auskennt? Hier kommen die Website und die App von getyourguide ins Spiel. Über die Plattform können Touristen unzählige Angebote zu nahezu jedem Ort nach eigenen Interessen filtern und direkt buchen. Das Angebot ist für Reisende kostenlos, aber Aktivitätsanbieter müssen der Plattform einen Prozentsatz der Buchung geben. Obwohl es anfangs schwierig war (anfangs finanzierten Familie und Freunde die Entwicklung der Plattform), beschäftigt das Unternehmen heute weltweit mehr als 800 Mitarbeiter.
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