Die Wiener Börse hat am Donnerstagnachmittag nach der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Verluste leicht erhöht. Gegen 14.40 Uhr gab der ATX um 0,79 Prozent auf 3.337,19 Punkte nach. Der breitere ATX Prime verlor 0,80 Prozent auf 1.676,54 Einheiten.
Die EZB-Zinssitzung brachte die erwarteten Ergebnisse. Die Zentralbanken kündigten im Juli ihre Absicht an, die Leitzinsen im Euroraum um 25 Basispunkte anzuheben. Der Schritt reagiert auf die jüngste Inflation und markiert die erste Zinserhöhung der EZB seit mehr als einem Jahrzehnt.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde kündigte zudem an, dass die Negativzinsen Ende September enden würden. Auch die Nettokäufe von Anleihen im Wert von mehreren Millionen Dollar werden ab dem 1. Juli eingestellt. In ihrem längerfristigen geldpolitischen Ausblick („Forward Guidance“) hatte die Notenbank erklärt, dass das Ende dieser Käufe Voraussetzung für einen Zinsanstieg sei.
Auch die Zentralbanken präsentierten eine neue Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum. Es ist davon auszugehen, dass die wirtschaftlichen Folgen des Ukrainekriegs die wirtschaftliche Entwicklung bremsen und gleichzeitig die Inflation weiter antreiben werden. Die aktuelle Prognose geht von einem deutlich schwächeren Wirtschaftswachstum und einem stärkeren Anstieg der Verbraucherpreise aus, als noch im März erwartet wurde.
Auf dem Parkett der Wiener Börse lösten am Donnerstag Analystenkommentare eine Bewegung in einzelne Aktien aus. Die Aktie von DO&CO Catering legte um 4,5 Prozent auf 88,50 Euro zu. Zuvor hatten die Analysten der Erste Group ihr Kursziel von 100,5 auf 115,5 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung bestätigt. Die Zwischenbilanz für das Geschäftsjahr 2021/2022 habe laut Urbankova gezeigt, dass DO&CO schnell wieder zu einem dynamischen Wachstum zurückgekehrt sei.
Am Schlusslicht des ATX Prime verlor die voestalpine-Aktie 2,25 Prozent auf 27,76 Euro. Die Experten der Deutschen Bank senkten ihr Kursziel von 39,0 Euro auf 35,0 Euro und bestätigten gleichzeitig ihr „Halten“-Rating. Allerdings halten Analysten die voestalpine-Aktie inzwischen für günstig. „Aber wir sehen anderswo einen besseren Wert“, heißt es in der kürzlich veröffentlichten Studie.
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