Dokumentarischer Antisemitismus: Eine jüdische Zeitung fordert den Rücktritt von Claudia Roth

Deutschland Antisemitismus zum Dokumentieren

„Judengeneral“ fordert den Rücktritt von Claudia Roth

Stand: 15:41 | Lesezeit: 2 Minuten

Große Gemälde mit antisemitischen Stereotypen wurden entfernt

Die Documenta in Kassel ist eine der wichtigsten Kunstausstellungen der Welt. Aber derzeit wird es vor allem für ein riesiges Gemälde kritisiert. Es wurde nun ausgeblendet und entfernt.

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Die Arbeit einer Gruppe indonesischer Künstler hat die Debatte über Antisemitismus auf der documenta befeuert. Der “Judengeneral” findet, dass die Leute viel zu lange weggeschaut haben. Die Zeitung sieht nun auch Kulturstaatsministerin Claudia Roth in der Pflicht, Konsequenzen zu ziehen.

Nach der Präsentation eines antisemitischen Bildes bei der Dokumentarkunstausstellung forderte die „Jüdische Allgemeine“ persönliche Konsequenzen. “Wie hat es die in ihren Aktionen und Zielen antisemitische BDS-Bewegung (Boycott, Divestment and Sanctions) geschafft, ihren Hass auf Israel und die Juden in dem Dokument ungehindert zu verbreiten?”

Die Schuld für den Skandal sehen die Autoren ganz klar bei den Entscheidungsträgern, allen voran der Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Nach der Einweihung der Installation sprach sich der Grünen-Politiker für die Entfernung der umstrittenen Bannerinstallation aus.

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Am Dienstag in der 3sat-Sendung „Kulturzeit“ wurde um weitere Bearbeitung gebeten. Den Abbau sieht sie nur als ersten Schritt. Er wolle nun “endgültig erklären, wie dieses Bild einige Stunden vor der Eröffnung am Freitagnachmittag zusammengesetzt werden kann und niemand zugegeben hat, dass es antisemitische Bilder enthält.”

Auf die Frage, ob er angesichts der Offenlegung von Dokumenten zu leichtgläubig gewesen sei, sagte der grüne Politiker: “Ich war nicht leichtgläubig, ich war zuversichtlich.”

Die viel kritisierte Anlage wurde inzwischen abgebaut, doch die Diskussion ist noch nicht beendet

Die: dpa/Uwe Zucchi

„Die Kulturstaatsministerin muss glaubwürdig gegen Judenhass vorgehen“

Genau diese Treu und Glauben disqualifizieren den Kulturstaatsminister, so der „Judengeneral“, „in hohem Maße für sein Amt“. „Entweder Roth war lange Zeit nicht in der Lage, die herannahende Entwicklung zu beeinflussen. Entweder konnte oder wollte sie nicht verstehen, dass Judenhass eine grundlegende Herausforderung für unsere Demokratie ist“, sagte er in einem Zeitungsartikel.

Dem Kultusministerium solle jemand anvertraut werden, der “glaubhaft gegen Judenhass kämpft”. „Claudia Roth hat sich mit ihrem koscheren Siegel auch nicht für die BDS-Ideologie gezeigt“, so die Jüdische Allgemeine.

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In der am Samstag eröffneten „documenta 15“ waren in einem riesigen Wimmelbild eine Person mit Schiefnase, spitzen Zähnen und einem Hut mit SS-Trümmer sowie eine Person mit Schweinegesicht zu sehen indonesischer Künstler. Gruppe “Taring Padi” am Kraftwerk Friedrichsplatz in Kassel und ein Helm mit der Aufschrift Mossad, dem Namen des israelischen Geheimdienstes. Nach den öffentlichen Protesten wurde das Bild am Montagabend zunächst mit schwarzem Tuch abgedeckt und dann am Dienstagabend auf Beschluss des Documenta-Aufsichtsrats entfernt.

Dem Kollektiv Ruangrupa, dem Auftraggeber des Dokuments, war seit Monaten Antisemitismus vorgeworfen worden. Einige Teile des Führungsteams und Gastkünstler sollen der BDS-Bewegung nahe stehen. BDS steht für Boycott, Divestment and Sanctions. Die Bewegung will Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren.

Die documenta, die seit 1955 alle fünf Jahre in Kassel stattfindet, gilt als eine der wichtigsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst weltweit. Die „documenta 15“ läuft noch bis zum 25. September.

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