Chronik
Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat Anzeige gegen einen Schweinebetrieb im Kreis Korneuburg wegen mutmaßlichen Missbrauchs erstattet. Zum Beispiel sollten tote Tiere unter den Lebenden ruhen. Dies ist ein AMA-zertifiziertes Unternehmen.
23.06.2022 16.27
Online ab heute, 16:27 (Update: 17:12)
Die Bilder, die der Verein gegen Tierfabriken am Donnerstag veröffentlichte, sollen im Juni bei einem Unternehmen im Kreis Korneuburg aufgenommen worden sein. Der VGT spricht von katastrophalen Zuständen mit unzähligen toten Tieren in unterschiedlichen Verwesungsstadien. Die Knochenreste würden zeigen, dass die Arbeiter die toten Tiere lange nicht entfernt hätten, hieß es in einer Aussendung des Vereins gegen Tierfabriken.
Die Untersuchungen werden von der für Naturschutz zuständigen Landesdirektion und dem Bezirksamt Korneuburg bestätigt. Der Amtstierarzt sei vor Ort und es dürften Berichte vorliegen, teilte der BH mit. Damit wurde auch bestätigt, dass es sich um ein AMA-zertifiziertes Unternehmen handelt.
Fotografische Serie mit 6 Bildern
Nach Angaben der AMA wurde der Betrieb am Donnerstagnachmittag geschlossen, sodass der Betreiber derzeit keine Erlaubnis hat, Tiere zu verkaufen, die unter dem AMA-Gütesiegel verkehren. Sie möchten auch sofort eine Inspektion durchführen. Beim letzten Check im Jahr 2020 war der Betrieb in Ordnung.
Der Betreiber will die Vorwürfe “vollständig aufklären”.
Derselbe Betreiber antwortete am Donnerstagnachmittag mit einer schriftlichen Erklärung. Eine unangekündigte Kontrolle durch den Amtstierarzt sei bereits erfolgt und „wir konnten die verordneten Maßnahmen sofort umsetzen“. Bei dieser Kontrolle wurden keine toten Tiere gefunden.
„Leider haben wir ein Problem mit einigen Schweinen, die beißen. Wir haben diese Tiere nun in einer Krankenstation untergebracht und behandelt und haben mehr Beschäftigungsmaterial zur Verfügung“, heißt es weiter in der Stellungnahme, „Ich habe es auch sofort meinem betreuenden Tierarzt gemeldet, der alle sechs Monate eine Kontrolle durchführt. Auch er war heute vor Ort.“ Gemeinsam mit dem Tierarzt und den zuständigen Behörden will er die Beschwerden “vollständig aufklären”.