Van der Bellen begrüßte Drexler von der Abstimmung mit “Sir, Governor” und fügte hinzu: “Ich hoffe, ich kann Sie so ansprechen. Wenn nicht, ist es egal.” Nach den Witzen kam der Ernst: “Sie treten Ihr Amt in einer schwierigen Zeit an”, betonte der Staatschef. Das Gute ist, dass die Steiermark gut ausgestattet ist, zum Beispiel im Bereich der Forschung. Die Steiermark ist ein Innovationsland. Außerdem „werden dort gute Weine angebaut“ und es gibt wichtige kulturelle Feste.
Am Vormittag wurde Drexler in einer Sondersitzung des Landtages mit den Stimmen von 32 der 46 anwesenden Bundespräsidenten zum neuen Landeshauptmann der Steiermark gewählt. Der scheidende Landessche Hermann Schützenhöfer (ÖVP) bezeichnete seinen Nachfolger als gut vorbereitet und forderte alle Abgeordneten auf, Drexler einen Vertrauensvorschuss zu geben. „Er hat Großes vor, er ist ein Meister der Worte, er hat Visionen, er kennt sich mit Politik aus und er weiß sich auch in der Bundesregierung durchzusetzen.“
Der neue Landeshauptmann der Steiermark kündigte an, er wolle „Verteidiger der Steiermark und Generalist“ sein. Er zitiert seinen Vorgänger, wenn er sagt: “Man muss das Richtige popularisieren.” In diesem Sinne müssen wir uns mehr der Öffentlichkeit stellen, sagte Drexler. Vielen Dank für das Vertrauen, das die meisten in Sie setzen. Seine Mission und sein Ziel ist es, das Vertrauen derjenigen zu gewinnen, die es heute nicht wollten oder nicht wählen konnten.
Einer wird zusammen mit LHStv sein. Anton Lang (SPÖ) setzte das aktualisierte Regierungsprogramm, die weiß-grüne Agenda 21+, weiter um. Zwischen Großstadt und Land will er keine Unterschiede machen oder aufs Spiel setzen. Die Steiermark muss in möglichst vielen Bereichen ganz vorne dabei sein, etwa bei Forschung und Entwicklung im Wettbewerb mit den Regionen Europas. Drexler versprach, mehr zuzuhören und beispielsweise beim Thema Klimaschutz mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Beim Flächenverbrauch muss die Steiermark ihren unrühmlichen Spitzenplatz hinter sich lassen. Die Bekämpfung des Arbeitskräfte- und Fachkräftemangels ist eines der wichtigsten Themen, schließlich ist die Steiermark ein Industrieland.
Drexler forderte zudem „mehr Transparenz in unserem politischen System“, die Menschen müssten wieder mehr Vertrauen in die Politik gewinnen, er wolle unverzüglich Verhandlungen über ein steirisches Versachlichungs- und Transparenzpaket aufnehmen. Apropos Migration: Es braucht qualifizierte Zuwanderung, aber keine unkontrollierte Zuwanderung.
Drexlers Nachfolger als Landesrat, Werner Amon, wurde mit 39 von 46 Stimmen – bei 7 Gegenstimmen – zum Landesrat mit den Agenden Bildung, Personal, EU und Internationale Beziehungen gewählt.
Der Klubchef des SPÖ-Koalitionspartners Hannes Schwarz sagte, die Koalition werde den eingeschlagenen Weg der vergangenen Jahre fortsetzen. FPÖ-Klubpräsident Mario Kunasek wünschte Schützenhöfer zum Abschied “alles Gute”. Drexler ist an vielen Stellen weit weg, etwa beim führenden Krankenhaus der Steiermark, was auch die KPÖ betonte. Die Vorsitzende des grünen Clubs, Sandra Krautwashl, sagte Drexler, dass die Zukunft der Steiermark in Richtung Energieeffizienz und nachhaltiges Wirtschaften sowie Flächenschutz gehen müsse. Der Präsident des NEOS-Clubs, Niko Swatek, sagte, es liege keine Aufbruchsstimmung in der Luft.
Nach den Landtagswahlen gab es einen Empfang, und dann fuhren Drexler und sein Gefolge direkt nach Wien.