Chronik
Mit der Operation Joker hat die Polizei einer internationalen Bande von Drogenhändlern einen schweren Schlag versetzt. 32 Tatverdächtige wurden festgenommen, unter anderem in Niederösterreich. Wert des sichergestellten Rauschgifts: 21 Millionen Euro.
21.07.2022 09.11
Ab heute, 9.11 Uhr online
In einer koordinierten Aktion griffen Polizeieinheiten vor einer Woche gleichzeitig die Slowakei, Ungarn und Österreich an. Die Cobra-Arbeitsgruppe führte Hausdurchsuchungen in zwei Wohnungen in Wien und in einem Haus in Hainburg (Bezirk Bruck an der Leitha) durch, vier Tatverdächtige wurden festgenommen. Bei einer weiteren Razzia am Mittwoch in Wien wurden drei weitere Verdächtige festgenommen. Nach Angaben der Polizei waren sie dabei, eine große Menge Methamphetamin zu liefern.
Seit März laufen gemeinsam mit dem Slowakischen Nationalen Kriminalamt und dem Nationalen Ermittlungsamt der ungarischen Polizeibehörden Ermittlungen von Betäubungsmittelspezialisten des Landeskriminalamts gegen die Verdächtigen. Die Täter sollen vor allem am internationalen Handel mit Kokain und Methamphetamin beteiligt gewesen sein.
Fotografische Serie mit 7 Bildern
Bei den Hausdurchsuchungen in Wien und Hainburg wurden 205.000 Euro Bargeld, ein Goldbarren und ein Schlagstock sowie hochpreisige Fahrzeuge beschlagnahmt. Bei einer Durchsuchung der Wohnung eines 40-jährigen Mannes in Ungarn wurden Bargeld und Goldbarren, zahlreiche illegale automatische Waffen und Sprengstoff gefunden.
Großes “Familienunternehmen”
Hauptverdächtiger ist ein 37-jähriger Slowake, der in Wien lebt. Gemeinsam mit seiner 32-jährigen Ehefrau soll er seit mindestens 2014 große Mengen Drogen mit speziell präparierten Schmuggellastwagen von Amsterdam über den Grenzübergang Drasenhofen (Bezirk Mistelbach) nach Niederösterreich gebracht und hierher gebracht haben Veranstalter. Einerseits internationale Kriminalität.
Ausbeutung des Drogennetzwerks: 100 Kilo geschmuggeltes Kokain
Die Betäubungsmittel wurden dann von bislang unbekannten Tätern in mehreren Hotels in Wien in Paketen von zehn bis 15 Kilo an Kunden ausgeliefert: für 40.000 Euro pro Kilo Kokain und 11.500 Euro pro Kilo Methamphetamin. Die Droge soll in mehreren Fahrzeugen von Österreich in die Slowakei geschmuggelt worden sein.
Aussage: Er hat Hunderte von Pfund Drogen verkauft
Drei dieser mutmaßlichen Käufer wurden vor der koordinierten Aktion festgenommen. Nach seinen Angaben soll der Anführer der Bande seit 2014 mit mindestens 60 Kilo Kokain, 210 Kilo Methamphetamin und zehn Kilo Cannabis gehandelt haben. Laut Polizei soll der 37-Jährige etwa 4 Euro verdient haben. 8 Millionen Euro mit dem Verkauf.
Seine Frau soll Zugang zu allen Drogenkontakten ihres Mannes gehabt haben. Laut Polizei hätte sie den organisierten Drogenhandel fortsetzen können, wenn ihrem Mann etwas zugestoßen wäre. Nach der Festnahme der Eltern wurde die zehnjährige Tochter der beiden Tatverdächtigen dem Jugendamt des Magistrats Wien übergeben.