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Brot ist seit dem Ukrainekrieg deutlich teurer geworden, weil Hunderttausende Tonnen Getreide auf dem Weltmarkt fehlen und die Bäcker mehr für Mehl bezahlen müssen. Außerdem verarbeiten immer weniger Menschen den Teig.
11.06.2022 22.12
11. Juni 2022 um 12:22 Uhr
Die Kostensteigerungen seien enorm, sagt Wolfgang Fitz, Präsident der Bäckerei-Tochter Vorarlberg. Der Mehlpreis ist seit Dezember um 40 Prozent gestiegen. Fitz betreibt in Wolfurt eine eigene Bäckerei und Konditorei. „Jeden Tag gibt es eine neue E-Mail oder einen Brief von Rohstofflieferanten, die ihre Rohstoffe noch einmal um acht oder zwölf Prozent aufstocken. Das ist natürlich ein enormer Druck auf uns und wir können nicht so schnell reagieren und unsere Preise in ein, zwei Tagen anpassen“, sagte Fitz.
Wegen schlechter Ernten steigt der Preis schon vor Kriegsbeginn
Steigende Getreidepreise, angeheizt durch den Krieg, waren früher ein Problem. Vor Kriegsbeginn hätten Missernten in Ländern wie der Ukraine und Polen, wo es große Getreideanbaugebiete gebe, die Preise in die Höhe getrieben, sagt Fitz. Und während die Vorarlberger Bäcker ihr Getreide zu 90 Prozent aus Österreich beziehen, herrscht auch hier eine weitreichende Getreideknappheit, sagt der Branchenpräsident. „Das ist absurd. Theoretisch könnten wir Selbstversorger sein, aber klar ist, dass uns die Rohstoffproduzenten das Getreide nicht geben, wenn sie auf dem Weltmarkt 100 Euro mehr pro Tonne bekommen“, sagt Fitz der Börse Getreide in Paris.
Personalmangel ist das größte Problem
Steigende Kosten sind jedoch nicht das einzige Problem. Fitz sieht einen viel größeren Mangel an Mitarbeitern. „Ich denke, alle Vorarlberger Bäcker suchen Mitarbeiter“, sagt Fitz.
Aus Sicht des Amtspräsidenten liegt der Grund für den Personalmangel im Arbeitstag. Während in anderen Branchen die Vier-Tage-Woche zunehmend zum Problem wird, ist bei Bäckern die Sechs-Tage-Woche sowie Wochenend- und Nachtarbeit noch weit verbreitet. Hier möchte Fitz, dass die Politik etwas bewirkt. Aus seiner Sicht könnte vor allem das Arbeiten am Wochenende attraktiver werden. Zum Beispiel durch Steuererleichterungen.