Duesmann vs. Lindner: Der Audi-Chef versteht die Position zum Verbrennungsverbot nicht

Vor gut zwei Wochen hat das EU-Parlament den Vorschlag der EU-Kommission angenommen, Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 zu verbieten. Finanzminister Christian Lindner (FDP) sagte am Dienstag beim Tag der Industrie in Berlin, dass die Bundesregierung diesen Zweck nicht hinnehmen werde mit Verbrennungsmotoren. Audi-Chef Markus Duesmann versteht diese Wendung seines Unternehmens nicht. Stattdessen wünscht sie sich bessere Rahmenbedingungen für eine schnellere, flächendeckende Einführung der Elektromobilität.

Die Wirtschaftswoche hat die Meinung des Audi-Chefs zu Lindners Entscheidung eingeholt. Duesmann sagte der Zeitung in der Ausgabe vom 23. Juni: „Unser Plan, die Verbrennungsmotor-Technologie abzuschaffen, ist auf dem Weg, Audi bringt ab 2026 nur noch rein elektrische Modelle auf den Markt.“ Die aktuelle Produktion von Autos mit ausschließlich thermodynamischen Antrieben oder Hybridmodellen ist davon noch nicht betroffen, sollte aber bei der typischen Lebensdauer einer Generation schon lange vor 2035 abgeschafft werden.

Verbot von Verbrennungsmotoren: Der Audi-Chef will die Elektromobilität vorantreiben

Statt an traditioneller Technik festzuhalten, fordert Duesmann eine konsequentere Förderung der Elektromobilität. Vielmehr gehe es dem Audi-Chef um „eine beschleunigte Energiewende, einen deutlich schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur und eine ausreichende Versorgung mit Batteriezellen“. Als Begleitmaßnahme zum schnellen Wandel will Duesmann europaweit einen „ehrgeizigen CO₂-Preis“. Zum gleichen Zweck sollte die Regierung die Finanzierungsbedingungen von Elektroautos ab dem 1. Januar 2023 schnellstmöglich regeln, um den Kunden Entscheidungssicherheit zu geben.

(fpi)

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