Vielversprechende neue Tinnitus-Behandlung mit Smartphone-App
Es gibt keine Pille, die Tinnitus heilen kann. Störende Geräusche im Ohr stellen für Betroffene oft eine Dauerbelastung dar. Ein neuseeländisches Forscherteam hat nun eine vielversprechende neue Tinnitus-Behandlung vorgestellt, die sich per Smartphone durchführen lässt.
Forscher der University of Auckland haben im Rahmen einer aktuellen Studie eine neue Smartphone-basierte Therapie gegen Tinnitus getestet. Teilnehmer, die sich der neuen Behandlung unterzogen, zeigten über 12 Wochen klinisch signifikante Verbesserungen. Die Ergebnisse der Forschung wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Frontiers in Neurology“ vorgestellt.
Tinnitus kann schwerwiegende Folgen haben
Tinnitus kann manche Menschen verrückt machen. Die Folgen einer ständigen Geräuschkulisse können von Schlafstörungen über Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags bis hin zu Depressionen reichen.
Fortschritte in der Tinnitusforschung
Die Arbeitsgruppe der University of Auckland sucht seit 20 Jahren nach einem Heilmittel für Tinnitus. Die beteiligten Wissenschaftler sind nun begeistert von den „ermutigenden Ergebnissen“ der klinischen Studie und sprechen von einem „Durchbruch bei der Suche nach einem Heilmittel gegen Tinnitus“.
weißes Rauschen
Einige Tinnitus-Betroffene verwenden bereits Smartphone-Apps zur Selbsthilfe, die versuchen, Hintergrundgeräusche durch weißes Rauschen zu neutralisieren. Die neue Therapie baut auf dieser Technik auf und erweitert sie um zusätzliche Komponenten, die zur Bekämpfung des Tinnitus eingesetzt werden können.
Eine Kombination aus bewährten Tools
Dazu wurden mehrere digitale Tools kombiniert. Jedes der Mittel hat sich bei der Linderung der Symptome von Tinnituspatienten als wirksam erwiesen. „Frühere Studien haben gezeigt, dass weißes Rauschen, gezielte Beratung, gezielte Spiele und andere technologiebasierte Therapien bei manchen Menschen vorübergehend wirksam sind“, bestätigt Forschungsleiter Professor Dr. Suchfeld gewähren.
Durchführung und Ergebnisse der Studie
Im Rahmen der Studie verglichen die Forscher zwei Gruppen von etwa 30 Personen mit Tinnitus. Eine Gruppe nutzte 12 Wochen lang die beliebteste Tinnitus-App mit weißem Rauschen, die andere Gruppe nutzte die neue Therapie-App mit dem multimodalen Ansatz.
Im Durchschnitt zeigte die Gruppe, die die neue Tinnitus-App verwendete, nach 12 Wochen eine klinisch signifikante Verbesserung der Symptome, während mit der White-Noise-App allein keine Verbesserung zu sehen war.
Laut der Studie berichteten 65 Prozent der Teilnehmer, die die neue Therapie verwendeten, von einer signifikanten Verbesserung. „Für einige Menschen war es eine lebensverändernde Erfahrung, als Tinnitus ihr Leben und ihre Aufmerksamkeit übernahm“, sagte der Audiologe Dr. Phil Sanders vom Forschungsteam.
Warum lindert die App Tinnitus-Symptome?
„Was diese Therapie bewirkt, ist im Wesentlichen eine Neuverdrahtung des Gehirns, die Tinnitus auf Hintergrundgeräusche reduziert, die für den Zuhörer keine Bedeutung oder Relevanz haben“, erklärt Dr. Polierer
Ihm zufolge konnten einige Leute jedoch keine Verbesserung feststellen, aber ihr Feedback wird in weitere Anpassungen einfließen, um die App zu verbessern.
Die Tinnitus-App soll in etwa sechs Monaten verfügbar sein
Der nächste Schritt besteht darin, den App-Prototyp zu verfeinern, eine Studie mit weiteren Testpersonen durchzuführen und die FDA-Zulassung zu beantragen. Die Forscher wollen, dass die App in etwa sechs Monaten klinisch verfügbar ist. (Vb)
Autor und Informationsquelle
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Dieser Text entspricht den Anforderungen der medizinischen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien und aktuellen Studien und wurde von medizinischem Fachpersonal geprüft.
Autor:
Diplom-Lektor (FH) Volker Blasek
Quellen:
- Grant D. Searchfield, Philip J. Sanders, et al.: A single-blind randomized controlled trial of a Prototype Digital Polytherapeutic for Tinnitus; in: Frontiers in Neurology (2022), frontiersin.org
- University of Auckland: Breakthrough in tinnitus treatment research (veröffentlicht: 09.08.2022), auckland.ac.nz
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und sollte nicht zur Selbstdiagnose oder Behandlung verwendet werden. Sie kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.