3. Juli 2022 um 17:46 Uhr
Blutiger Fakt im Düsseldorfer Untergrund: Die Mordkommission sucht nach Messerstechern
Am Samstagnachmittag wurde ein 18-jähriger Mann bei einer Schlägerei mit einem Messer schwer verletzt.
Foto: Bretz, Andreas (Apr)
Update Düsseldorf Ein 18-jähriger Mann ist am Samstag bei einer Schlägerei in der Straßenbahn U73 durch ein Messer schwer verletzt worden. Er und sein schwarzer Freund waren zuvor von einem Fremden beleidigt worden. Die Staatssicherheit ist eingeschaltet.
Die Düsseldorfer Polizei sucht erneut nach einem Mann mit einem Messer. Er soll am Samstagnachmittag gegen 16.40 Uhr in der Straßenbahnlinie U73 in Richtung Ostuniversität einen 18-Jährigen schwer verletzt und unentdeckt geflüchtet sein. Laut Polizei stritt sich der Angreifer mit dem jungen Mann, der von einem dunkelhäutigen jungen Mann (17) begleitet wurde, in der Straßenbahn und verletzte den 18-Jährigen bei einer Schlägerei mit einem Messer.
Augenzeugen zufolge war der Mann über die starke Nutzung der Handys der beiden verärgert gewesen. Im Laufe des Gesprächs soll der Unbekannte den 17-Jährigen rassistisch beleidigt und ihm anschließend auf den Kopf geschlagen haben. Bei der anschließenden Schlägerei wurde sein Freund durch einen Messerstich des Unbekannten schwer verletzt, teilte die Polizei mit. Das Leben der Verwundeten ist nicht in Gefahr; Seine Wunden werden in einem Krankenhaus behandelt.
Am S-Bahnhof Bilker konnten die beiden jungen Männer der U73 entkommen; Zeugen zufolge fuhr der Täter bis zur Haltestelle Uni-Kliniken.
Die Polizei setzte ein Mordkommando ein, um den Angreifer zu ermitteln. Auch die Staatssicherheit wurde aktiviert. Bei der Suche nach dem Autor werten Agenten nun auch Videomaterial aus. Die Rheinbahn habe ihn ihm bereits am Wochenende zur Verfügung gestellt, sagt Rheinbahn-Sprecher Thomas Kötter. Nach Informationen unserer Redaktion wurde der Zug, in dem sich die Tat ereignete, in der Regel von der Polizei beschlagnahmt und wird derzeit auf Spuren untersucht. Die Tatwaffe müssen die Beamten noch finden.
In Düsseldorf kam es in den vergangenen Monaten zu schweren Messerattacken: Zuletzt kam es am Karfreitag zu einem Zwischenfall in einer U-Bahn. Ein 18-jähriger Mann wurde bei einem U79-Angriff mit einer Stichwunde in den Bauch schwer verletzt. Die Polizei nahm daraufhin einen 16-Jährigen und einen 18-Jährigen fest. Damals halfen die Videoaufnahmen der Rheinbahn bei der Identifizierung des 16-Jährigen, sodass er erst rund 22 Stunden nach der Tat festgenommen werden konnte.
Da es in der Vergangenheit immer häufiger zu Diskussionen in der Altstadt kam, bei denen Beteiligte stachelten und stocherten, richtete das Land Nordrhein-Westfalen kurz vor Weihnachten 2021 eine No-Go-Zone in der Düsseldorfer Altstadt ein. Kürzere Messer sind nicht mehr erlaubt.
Doch auch dieses Sperrgebiet hinderte nicht daran, dass am Faschingssonntag drei junge Männer (17, 18 und 22 Jahre alt) von zwei Männern getötet und schließlich überfallen wurden und der Hauptverdächtige alle drei erstochen hat. Einige der Jugendlichen erlitten lebensgefährliche Stichverletzungen, alle drei mussten dringend operiert werden.
Am Montagnachmittag wird vor dem Rathaus die gemeinsame Kontaktstelle der Polizei und des städtischen Sicherheitsdienstes (OSD) eröffnet. Auch das gehört zum Konzept für mehr Sicherheit in der Altstadt.
Die Polizei sucht Zeugen, die den Angreifer am Samstagnachmittag möglicherweise gesehen haben: Der Mann ist zwischen 35 und 45 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und hat laut Polizei “deutsches Aussehen”. Er hat eine kräftige Statur und wenig hellbraunes Haar (Halbglatze). Er trug ein rotes T-Shirt, beige Shorts und eine beige Mütze. Er hatte eine Tüte mit dem Aufdruck eines Lebensmitteldiscounters.
Spuren Das für die Polizei Düsseldorf zuständige Kriminalamt 11 nimmt Sie unter 0211-8700 entgegen.