Wer es einmal hat, hat immer Recht, oder nicht? Auf jeden Fall wird der diesjährige Ballermann-Dauerbrenner „Layla“ beim aktuellen Kiliani-Volksfest in der Stadt Würzburg nicht zu hören sein.
„Es wird garantiert, dass der Song in Zukunft nicht mehr gespielt wird“, wurde die „Mainpost“ von einem Stadtsprecher zitiert. „Wir können entscheiden, was wir auf dem Volksfest hören wollen“, sagte Stadtsprecher Christian Weiß wenig später der Nachrichtenagentur dpa und fügte entschieden hinzu: „Wir wollen es nicht mehr hören.“
Hintergrund der Regelungen sind laut Stadt die Texte der Lieder, die von Kritikern als sexistisch empfunden werden. Zur rhythmischen und elektronischen Musik des Liedes wird Folgendes gesungen: „Ich habe eine Hure und mein Motherfucker heißt Layla. Sie ist hübscher, jünger, lustiger (…) Die schöne Layla, die geile Layla. Diese Hündin Layla, unsere Layla (…) “.
Ein eingängiger Refrain, mit scheinbar durchschlagendem Erfolg: DJ Robin & Schürzes „Layla“ ist seit knapp drei Wochen auf Platz 1 der deutschen Single-Charts, der Titel ist vor allem bei jungen Leuten auf Volksfesten und Partys beliebt.
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Gleichzeitig entbrannte jedoch eine Debatte über den Text des Liedes, in dem – zumindest am Rande – auch von Prostitution die Rede ist. Die Hersteller haben jedoch keine Ahnung.
Laut DJ Robin in einem Statement gegenüber „Bild“ könne er weder die Emotion verstehen, noch wolle er den Sexismus in dem Song anerkennen. „Die Leute sangen ‚Skandal in der Sperrzone‘ oder ‚Lasst uns ins Bordell in Barcelona gehen‘“, sagte er.
Und weiter: “Nun, wir verstehen die Diskussion nicht ganz. Jeder kann seine Meinung haben, aber in jedem Deutschrap-Song sind die Texte schlechter. Da regt sich keiner auf.”
„Hier ist für einen Moment alles egal“, fragt der Musikwissenschaftler
Der Titel entstand im Kontext der mallorquinischen Partyszene und „Ballermann“, auf dem Label „Summerfield Records“, wo auch Sänger wie Lorenz Büffel („Johnny Däpp“) und der Labelgründer Ikke Hipgold produziert werden.
Das hat der „RND“ untersucht, der für seinen Text auch einen Experten mit dem Musikwissenschaftler Markus Henrik befragte, der zu einem klaren Urteil kam: „Das Lied ist hochgradig sexistisch kalkuliert“, sagt Henrik – der auch wie Musik arbeitet. der komische Dr. Schlager ist bekannt: der Medienkonzern. Und außerdem: Denkbar wäre, dass der Titel eine „seltsame und unbewusste Antwort auf die MeToo-Debatten der letzten Jahre“ sei, frei nach dem Motto „Hier ist mal alles egal“.
Könnte es am “Ballermann” liegen, vielleicht auch an der CDU? Bereits im Juni kam es in die Schlagzeilen, dass auch die Junge Union (JU) Hessen den Titel verwendete.
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Sophie Frühwald, Landeschefin der Jusos Hessen, postete ein entsprechendes Video auf Twitter online und warf der JU vor, „#nackten Sexismus auf der Bühne zu zeigen“, was wiederum von einigen Medienhäusern, wie der „Frankfurter Rundschau“, aufgegriffen wurde “. wurde.
Gegenwind bekam natürlich auch Frühwald selbst. Nun verunglimpfen sie ihn als „lustige Bremse“ und „Moralpolizist“, machte er wenig später auf Twitter publik.
Jetzt ist Düsseldorf empört
Bleibt also die Frage: Sexismus oder nur harmloser Spaß? Jedenfalls ist Würzburg die erste deutsche Kommune, die bei „Layla“ die Fäden zieht. Nur einen Tag später zog ein weiterer Veranstalter nach.
Auch auf der kommenden Düsseldorfer Messe mit bis zu vier Millionen Besuchern ist „Layla“ tabu, wie die Veranstalter des Schützenvereins St. Johann mitteilten. Sebastianus. „Ich finde, dieses Lied gehört überall hin, nur nicht auf unser Kirmesgelände“, sagte Schützen-Chef Lothar Inden der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die Stadt Düsseldorf mit den Veranstaltern über „Layla“ gesprochen.
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Nachdem die Schützen versprochen hatten, das Lied aus Zelten und Attraktionen zu verbannen, sah die Stadt laut einer Sprecherin keinen Grund für ein Verbot, vor allem, weil es auch “keine Rechtsgrundlage” gebe. Das bemerkte auch die Bundesjustizministerin, die auf Twitter kommentierte: „Man muss Erfolgsbriefe nicht mögen. Man kann sie sogar albern oder geschmacklos finden. Aber sie offiziell zu verbieten, halte ich für zu viel“, FDP Politiker Marco Buschmann schrieb am Dienstagabend auf Twitter.
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Inzwischen sind interessierte Veranstalter überwältigt von der Übertreibung rund um den Ballermann-Erfolg. Der Chef des Schützenvereins, Lothar Inden, sagte der dpa auf Nachfrage, er habe das Lied vorher nicht gekannt und sich erst dann mit dem Inhalt auseinandergesetzt. Allerdings entspreche der Text in keiner Weise den Gepflogenheiten seines Traditionsvereins, sagte er nun.
Ganz ähnlich war die Situation in Würzburg: Auch dort machten Berichte verschiedener Medien erstmals die Stadt auf das Lied aufmerksam. Bisher habe es keine öffentliche Kritik gegeben, räumte die Bayernmetropole ein.
In einem Interview mit dem „Spiegel“ erklärt einer der Produzenten des Songs den Erfolg von „Layla“ so: Krone, ein Unterhaltungsverbot und der Krieg in der Ukraine, in einer Zeit, in der #MeToo noch in aller Munde ist und die Die Diskussion über das Thema Geschlecht wird rauf und runter geführt, aber wahrscheinlich sind die Leute deswegen so begeistert von dem Song“, sagte Dominic de Léon dem Magazin.
Dass “Layla” von einem Mann gespielt wird …
Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Das bereits erwähnte schöne „Bordell“ des Textes wird im Musikvideo von einem Mann verkörpert. Das könne den Charakter des Liedes aber nicht mehr retten, glaubt der Direktor des Zentrums für Populäre Kultur und Musik der Universität Freiburg, Michael Fischer.
Der Titel kommt ganz ohne Ironie oder Transaspekte aus. „Es ist nur ein sexistischer Song“, sagte Fischer der Nachrichtenagentur dpa, und das ist wohl nicht verwunderlich: „Layla“ gilt als provokanter „Party-Hit“ und erfüllt damit alle Anforderungen an Themen dieses Genres.