Eier, Hirsebrei und Gänse: fünf kuriose Schweizer Bräuche

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Jeder Kanton hat seine eigene Tradition, oder mehrere davon. Viele Menschen kennen Morgestraich und Sechseläuten. Aber was ist mit diesen fünf Bräuchen?

1. Die Bärzeli-Tour Hallwil

«Die Schweizer sind verrückt», denken sich alle Nicht-Einheimischen, die sich am 2. Januar nach Hallwil im Aargau trauen. Obwohl spontane Umarmungen von Fremden in der Schweiz selten sind, gehen die Bärzeli Anfang dieses Jahres sogar auf Kuscheltierjagd.

Doch die Umarmungen der verkleideten Monster sind dank der Stechpalmen-, Tannen- oder Hobelspäne der 14 Charaktere schon etwas gruselig. Für die Zuschauer gibt es mit der „Säublotere“ (eine getrocknete Schweineblase, was sonst?) auch den ein oder anderen saftigen Hit.

2. Die Gans wird in Sursee geschlagen

Am 11. November (St. Martinstag) tobt es am Sursee in Luzern: Freiwillige versuchen, mit stumpfem Säbel und vor großem Publikum eine Gans zu köpfen. Nacheinander ziehen sie sich die goldene Sonnenmaske übers Gesicht und versuchen ihr Glück mit einem einzigen Schlag. Und der Preis? Wer es schafft, der Gans den Kopf abzuschlagen, darf mit nach Hause genommen werden.

In der „Gansabhauet“ sind die beiden Tiere bereits tot und ans Seil gebunden – die Tradition ist bis heute umstritten. Die einen wollen die Tradition bewahren, die anderen sehen die Tierwürde bedroht.

3. In der Nordwestschweiz streiten sich Winter und Frühling um die Eier

In den Gemeinden der Kantone Solothurn, Aargau und Basel-Campaign ist der Winter weit entfernt von der «Eierläset»-Konkurrenz. Frühlings- und Wintergruppen wetteifern darum, in Sägemehlstreifen gewickelte rohe Eier zu sammeln. Läufer werfen Eier auf die Empfänger und in ihre Wanne, und einige von ihnen gehen in Winter- und Sommerkleidern wie die “Schnäggehusler”.

Heute gibt es dann mancherorts ein „Eierfest“, bei dem die gesammelten Eier gekocht und gegessen werden.

4. Zürich schickt Hirsebrei nach Straßburg

Seit dem 13. Jahrhundert bestehen Bündnisse zwischen den Reichsstädten Straßburg und Zürich. Der Legende nach boten die Zürcher im 15. Jahrhundert den Straßburgern an, ihnen bei Bedarf zu helfen und auch an einem Tag bei ihnen zu sein. Die Straßburger glauben es nicht.

1456 wagten sich die jungen Mitglieder der Zunft an Bord des Schiffes und kamen innerhalb von 20 Stunden in Straßburg an: Sie trugen einen Topf Hirsebrei zur Stärkung. Als Gegenleistung für Geschenke der Franzosen überreichten die Schweizer ihr Müsli. Die Hirsebreireise findet alle zehn Jahre im Sommer statt, das nächste Mal 2026.

5. Im Apenzellerland zittern die Schönen und Wüeschten

Am 13. Januar treffen sich die Urnäschers in ihren «Schuppeln», ihren Gruppen. An diesem Tag feiern sie Silvester nach dem alten Julianischen Kalender. Manche werden zu den schönen Chläusen: Sie tragen Hüte und Mützen, verziert mit gemalten und geschnitzten Szenen. Die „Wunschchläuse“ und die Naturchläuse gleiten in Masken, Haut, Moos und Fichtenzweige.

Dann gehen die Menschen von Haus zu Haus, singen „Zäuderli“ (also Jodler) und schütteln die Schellen und Glöckchen, die sie tragen. Die Chläuse wünschen „Schön schön“ und sind bis Mitternacht in den Gasthäusern anzutreffen. Bisher sind es nur Männer, obwohl einige als Frauen verkleidet sind.

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