Dollar und Euro
Die europäische Einheitswährung ist gegenüber dem Dollar auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gefallen.
(Foto: Reuters)
Düsseldorf, Frankfurt Die Parität zwischen Euro und Dollar steht kurz bevor. Die europäische Gemeinschaftswährung erreichte am Freitag mit 1,0072 US-Dollar ein Hoch. Das ist der niedrigste Stand seit 2002. Vor einem Jahr lag der Kurs noch über der 1,20-Dollar-Marke. Dies ist eine ungewöhnlich schnelle Abwertung auf dem Devisenmarkt.
Experten gehen davon aus, dass beide Währungen bald gleich stark sein werden. Mark Dowding vom Vermögensverwalter Bluebay Asset Management sagte: „Wir sind im US-Dollar übergewichtet und sehen die Möglichkeit, die Parität gegenüber dem Euro in den kommenden Wochen zu überwinden.“
Diese Entwicklung deutet jedoch nicht auf eine absolute Schwäche des Euro hin, sondern vor allem auf ein Abrutschen des Wechselkurses gegenüber dem Dollar. Der Euro hat zuletzt gegenüber vielen anderen Währungen aufgewertet. Als noch robuster erweist sich allerdings der Dollar.
Beispielsweise hat der Dollarindex, der die Zinssätze im Vergleich zu zehn anderen Hauptwährungen abbildet, seit Jahresbeginn fast 12 zugelegt. Es ist auch so hoch wie vor etwa 20 Jahren.
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Währungsexperten schätzen die Entwicklung vor allem als Stärke des Dollars ein. Der Greenback dient Anlegern als „sicherer Hafen“, sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Firmen- und Privatkunden der Deutschen Bank. Im Allgemeinen gebe es aufgrund starker Preisschwankungen an den Rohstoff- und Aktienmärkten eine starke Nachfrage nach dem US-Dollar, stellt er fest.
Rezessionsrisiko im Euroraum
Die steigende Rezessionsgefahr, die sich in starken Kursschwankungen an den Kapitalmärkten widerspiegele, führe dazu, dass sich Anleger zunehmend der Weltleitwährung zuwenden, erklärt er. Die wieder deutlich eingetrübte Konjunkturstimmung im Euroraum zeigt der Anfang der Woche erhobene Konjunkturindikator des Beratungsunternehmens Sentix.
Auch in den USA wird eine Rezession befürchtet. Doch Investoren erwarten vor allem in Europa Probleme: Sie fixieren die Preise einer möglichen Energiekrise in der Eurozone an den Kapitalmarktpreisen, insbesondere wegen möglicher fehlender Erdgaslieferungen, wie Stephan erklärt.
Antje Präfke, Analystin bei der Commerzbank, sieht das so: „Die Sorge des Marktes vor einer schweren Rezession in der Eurozone aufgrund einer Energiekrise überwiegt einfach die Sorge vor einer Rezession in den USA aufgrund der stark gestiegenen Zinsen.“ US-Zinsen “.
Höhere Zinsen machen den Dollar attraktiv
Auch die US-Währung profitiert von der bereits von der Fed eingeleiteten Zinswende. Die US-Notenbank hat die Zinsen in diesem Jahr bereits um 1,5 Prozentpunkte oder 150 Basispunkte angehoben. Ein höheres Zinsniveau macht die Investition in einen Währungsraum attraktiver.
Laut Stephan glauben die Anleger, dass die Fed eher stärker gegen hohe Inflationsraten vorgehen wird als die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB). Dies zeigt sich am Rentenmarkt, insbesondere bei kurzlaufenden Anleihen: Die Differenz zwischen den Renditen zweijähriger Staatsanleihen in den USA und denen in Deutschland hat um mehr als 2,5 Prozentpunkte zugenommen.
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