Im Rahmen ihrer Ermittlungen zu einem Salmonellenausbruch in „Kinder“-Schokoladenprodukten haben die belgischen und luxemburgischen Ermittlungsbehörden gestern mehrere Standorte des Konditoreikonzerns Ferrero durchsucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft der belgischen Provinz Luxemburg wurden unter anderem Dokumente und Computerhardware beschlagnahmt. Aber niemand wurde festgenommen.
Eine der Razzien betraf das Ferrero-Werk in Arlon, Belgien, wo mit Salmonellen verseuchte Kinderprodukte hergestellt wurden. Die Geschäftsstelle ist seit dem 8. April auf Beschluss der Gesundheitsbehörden geschlossen. Weitere Razzien gab es an Standorten in Brüssel und im Großherzogtum Luxemburg, wo auch Ferrero seinen Sitz hat.
14 bestätigte Fälle in Österreich
Die Untersuchung soll klären, wer für die Salmonellenbelastung verantwortlich ist und ob es bei der Information der Gesundheitsbehörden zu Versäumnissen gekommen ist. Gegen sie wird laut Staatsanwaltschaftssprecherin Anne-Sophie Guilmot wegen angeblicher „Verstöße gegen Lebensmittelsicherheit und Hygiene“, „fahrlässiger Körperverletzung“ und „unterlassener Hilfeleistung“ ermittelt.
Es besteht der Verdacht, dass der italienische Konditoreikonzern die Behörden erst spät alarmiert und die Produkte zu spät zurückgezogen hat. Obwohl in einem Buttermilchdepot in Arlon bereits im Dezember 2021 Salmonellen entdeckt wurden, begann der Konzern erst Anfang April mit dem Rückruf von Tausenden Tonnen von „Kinderprodukten“.
Mitte April brachten europäische Behörden 150 Fälle von Salmonellose in neun Ländern mit Schokoladenprodukten in Verbindung. Die meisten Salmonelleninfektionen traten bei Kindern unter zehn Jahren auf. In Österreich gibt es mindestens 14 bestätigte Fälle. Zehn der Betroffenen waren laut der Food and Safety Agency (AGES) Kinder; fünf von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.