Einhelliger Beifall für “Tristan” in Bayreuth

Die Eröffnungspremiere „Tristan und Isolde“ in den Augen eines Besuchers des Festspielhauses und in den Ohren des Musikkritikers im Radio.

Erstmals seit ihrem Eröffnungsjahr 1951 präsentierten die Wagner-Festspiele gemeinsam mit einer Neuinszenierung des „Ring des Nibelungen“ eine weitere Premiere: Angesichts der Absagen und Notbetriebe in den Jahren der Pandemie, der Intendant und großartig -Enkelin der Komponistin Katharina Wagner gab sich Mühe und eröffnete die Festspiele mit der kurzfristig angesetzten Neuinszenierung von „Tristan und Isolde“. Auch die Pest machte den aktuellen Planungen einen Strich durch die Rechnung: Pietari Inkinen, der den „Ring“ leiten sollte, erkrankte so. dass Cornelius Meister die Aufgabe übernehmen musste. Eigentlich war der ehemalige Chefdirigent des ORF-Orchesters für „Tristan“ bestimmt, den Linzer Generalmusikdirektor Markus Poschner sozusagen auf die Schnelle übernahm.

Nicht zuletzt war es Poschners Verdienst, dass das riskante Experiment geglückt ist. Es war lange her, dass eine Bayreuther Premiere ohne einen einzigen Buh gesehen worden war. Überraschenderweise gelang es Regisseur Roland Schwab, die Traditionalisten unter den Wagnerianern nicht zu provozieren, aber auch jenen die gute Laune zu bewahren, die von einer Festspielinszenierung neue optische Erfahrungen verlangen.

Führung im Rhythmus von Wagner

Die Szene von Piero Vinciguerra arbeitet mit reduzierten und abstrakten Medien. Ein Paneel dominiert den Boden, der mit einem bestechenden Lichtdesign immer wieder neue Räume suggeriert, die durch eine elliptische Öffnung den Blick auf den Sternenhimmel darüber freigeben. Im Laufe des Abends wuchert die Pflanzenwelt in der ursprünglich kargen Atmosphäre, ein paar Kinder treten zuerst auf, im zentralen Akt auf der Höhe, am Ende abgelöst von einem älteren Ehepaar, das liebevoll die Hand debütiert, die diskrete . , aber nie, außerhalb von Wagners Rhythmik sorgt die fallende Führung dafür, dass all diese Regiezutaten niemals kitschig wirken. Sie harmonieren mit dem, was Text und Musik sagen.

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