– Eine Streife zieht am Samstagabend zu einer Familienschlägerei in Erlangen und hört Geräusche. Vorsorglich rücken Spezialkräfte an und ein Wohnblock muss stundenlang von der Polizei abgeriegelt werden. Am Ende greift das SEK ein.
Es begann mit einem Familienstreit. Gegen 16 Uhr wurde die Polizei zur Untersuchung in die Paul-Gossen-Straße südlich von Erlangen gerufen. Als die Streife bei einem 34-jährigen Mann klingelte, hörten sie plötzlich Geräusche aus dem Wohnblock. „Sie konnten nicht zugeordnet werden, also zogen sich die Beamten zurück“, sagte Janine Mendel, Sprecherin des Präsidiums Mittelfranken, auf Nachfrage.
Die Lage blieb über Stunden unübersichtlich. Der Mann war seit Stunden in der Wohnung eingesperrt. „Er ist kurz auf dem Balkon aufgetaucht“, sagte Mendel. Deshalb kamen die Feuerwehrleute vorsorglich mit einem Sprungtuch. Aus Sicherheitsgründen zogen der Sonderarbeitskreis (SEK) und speziell geschulte Unterhändler um. Zuvor hatte ein Großaufgebot den Komplex umzingelt. „Wir wissen nichts darüber, dass er legale Waffen besitzt“, erklärte Mendel, aber das kann nie ausgeschlossen werden. “Er selbst sagt, er hat keine Waffen.”
Keine Gefahr für die Bevölkerung
Erst gegen 20.15 Uhr, gut vier Stunden nach der ersten Alarmierung, konnte die Polizei die Erlaubnis erteilen. “Die Gespräche mit dem Verhandlungsteam waren nicht erfolgreich”, sagte Mendel, ein 34-jähriger Mann, der sich weigerte zu gehen. “Also hat das SEK die Tür aufgemacht und geklopft.” Der Mann wurde festgenommen und leicht verletzt. Er wird nun in einer Fachklinik untergebracht.
Erst am Freitag war die Polizei in einem Großeinsatz. Seitdem ist die Hermann-Hedenus-Mittelschule geschlossen. Nach ersten Erkenntnissen war ein Streit zwischen Studenten im Internet der Grund für die Alarmierung. Details wollte die Polizei bisher nicht nennen.
Alle aktuellen Polizeimeldungen finden Sie hier.