Elcom-Chef Luginbühl über drohende winterliche Energieknappheit und mögliche Risiken

Drohende Stromausfälle im Winter

Elcom-Chef Luginbühl empfiehlt den Kauf von Kerzen und Brennholz

Selbst wenn der Strom im nächsten Winter teilweise abgeschaltet würde, wäre die Situation überschaubar, sagt Werner Luginbühl, Vorsitzender der Elektrizitätskommission. Er kritisiert den „völlig gedankenlosen“ Umgang mit Strom und rät zum Kauf von Kerzen und Brennholz.

Der Präsident der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (Elcom), Werner Luginbühl (64), glaubt, dass es in der Schweiz nicht ausgeschlossen ist, den Strom im Winter stundenlang abzuschalten. Aber er sagt: “Eine solche Situation wäre beherrschbar.” Er rät zum Kauf von Kerzen und Brennholz.

Es ist der Worst Case, wie Luginbühl im Gespräch mit der «NZZ am Sonntag» sagte. „Ohne Zweifel ist es ratsam, genügend Kerzen zu Hause zu haben. Und wer einen Holzofen hat, sollte sich mit genügend Holz eindecken.“

Strom werde derzeit „gedankenlos“ eingesetzt. „Er ist immer da und wir brauchen ihn nur. Wenn wir uns etwas mehr bewusst wären, dass es nicht selbstverständlich ist, dass ständig Strom fließt, könnten wir viel erreichen“, sagt Luginbühl. Derzeit wird geprüft, ob Großverbraucher bereit wären, ihre Produktion vorübergehend zu reduzieren. “Es ist das effektivste Werkzeug, und darin liegt das größte Potenzial.”

Die Notreserven der Stauseen reichen nur noch für wenige Wochen

Luginbühl kritisiert, dass die Politik die langjährigen Warnungen der Elcom vor Energieknappheit im Winter nicht allzu ernst genommen habe. Der Krieg in der Ukraine hat die Situation schlimmer gemacht, als selbst Elcom erwartet hatte. „Die Situation der letzten Monate hat gezeigt, dass wir das Thema Versorgungssicherheit viel entschiedener und entschiedener angehen müssen“, sagte Luginbühl.

Es besteht die Gefahr, dass es in Europa zu einer weit verbreiteten Strom- und Gasknappheit kommt. Damit würde auch Frankreich, sonst ein wichtiger Lieferant, als Energielieferant im Winter wegfallen. Als Zulieferer kämen je nach Situation Deutschland und Italien in Frage, so Luginbühl. Die neuen Notreserven der Schweizer Stauseen reichten nur für zwei bis sechs Wochen für die schlimmsten Engpässe. (SDA)

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