Qualifikation für die WM
Der Traum der Ukraine von der Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Katar hält nach einem emotionalen Sieg an. Die Ukrainer besiegten am Mittwochabend im kriegsbedingt verschobenen Playoff-Halbfinale im Glasgower Hampden Park Gastgeber Schottland mit 3:1 (1:0). Damit trifft das Team von Trainer Oleksandar Petrakov am Sonntag (18 Uhr) nur noch auf Wales. Der Waliser hatte Ende März mit einem 2:1-Sieg gegen Cardiff die Hoffnungen der österreichischen Mannschaft begraben.
01.06.2022 23./24
Online seit gestern um 23:24
Die ukrainischen Spieler kamen in blau-gelbe Fahnen gehüllt auf das Feld und sangen leidenschaftlich ihre Nationalhymne. Obwohl die Ukrainer mit sechs Spielern begannen, die seit Dezember kein Pflichtspiel mehr bestritten hatten, hatten die Gäste vor der Pause eindeutig die besten Momente und wurden für ihre aktivste Leistung in der 33. Minute belohnt, wobei Andriy Jarmolenko einen tollen Block machte.
Unmittelbar nach dem Neustart schien die Vorentscheidung gefallen zu sein. Nach einer Karawajew-Flanke köpfte Stürmer Roman Yaremchuk (49.) ein und nutzte dabei den zu geringen Abstand seiner Konkurrenten aus. Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit drängten die Einheimischen jedoch mit dem Mut der Verzweiflung vehement auf das nächste Tor. Das hätte in der 67. Minute passieren müssen, John McGinns Kopfball aus toller Position. Zudem verfehlte Che Adams Georgij Buschtschan, McGinns Nachschuss wurde geblockt (76.).
AP / Scott Heppell Ukrainische Spieler zeigen ihren Nationalstolz vor dem Spiel mit der Flagge des Landes über der Schulter
Die Fehler des Torhüters geben Schottland Hoffnung
Nach einem Stellungsfehler in der Innenverteidigung der Platzherren stand Buschtschan völlig frei vor dem aus seinem Tor stürzenden Keeper. Erst machte er eine zu kurze Hereingabe, dann hielt er einen Schuss von Callum McGregor aus dem Strafraum nicht aus, der Rettungsversuch der Ukraine ging hinter die Linie (79.). Trotz der Bemühungen blieb der Ausgleich aus und der „Joker“ Artem Dowbijk (95.) machte am Ende alles klar.
Teamchef Petrakow applaudierte an der Seitenlinie überschwänglich über den Sieg und ließ seinen Emotionen freien Lauf. Das gibt den Ukrainern in den durch den Krieg mit Russland extrem schwierigen Zeiten zumindest aus sportlicher Sicht Grund zur Freude. Schottland hingegen muss seit 1998 auf eine WM-Teilnahme warten.