„Empört“: Helge Braun lehnt Gespräche mit Gerhard Schröder ab

Deutschland-Privilegien des Altkanzlers

“Empört” – Helge Braun lehnt ein Gespräch mit Gerhard Schröder ab

Stand: 16.06.2022 | Lesezeit: 3 Minuten

Schröder kämpft gegen die Unterdrückung seiner Privilegien

Gerhard Schröder (SPD) wehrt sich gegen die Abschaffung seiner bisherigen Kanzlerprivilegien. In einem Schreiben an den Ausschussvorsitzenden Helge Braun (CDU) forderte Schröders Anwalt eine „überprüfbare und damit anfechtbare Entscheidung“.

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Altkanzler Gerhard Schröder will die Abschaffung seiner Privilegien als Altkanzler nicht hinnehmen. Über seine Anwälte bat er um ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Haushaltsausschusses des Bundestages. Doch Helge Braun schlug das Angebot aus.

Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Helge Braun (CDU), lehnt ein Gespräch mit Altkanzler Gerhard Schröder über die Streichung seiner Privilegien ab. „Mir scheint, dass sich das ganze Verfahren nicht lohnt“, schrieb Braun am Donnerstag in einer Erklärung.

Hintergrund ist ein Schreiben von Schröders Anwalt an Braun, in dem sich der Altkanzler gegen den Beschluss des Bundestages zur Stellen- und Stellenkürzung ausspricht. Schröder bittet jetzt darum und bittet um ein Gespräch mit Braun, berichteten „Bild“ und das Nachrichtenportal „The Pioneer“ am Mittwochabend.

Schröder habe “über die Medien” erfahren, dass sein Amt “suspendiert” und die der Kanzlei zur Last gelegten Vorwürfe beglichen werden sollten. Die Anwälte fordern im Namen seines Mandanten den Ausschuss auf, ihm eine “überprüfbare und damit anfechtbare Entscheidung” zuzusenden.

„Die Beschlüsse des Haushaltsausschusses wurden mit großer Mehrheit gefasst und müssen nun von der Bundesregierung umgesetzt werden“, bestätigte Braun am Donnerstag. Für diese “sachlich gebotenen Maßnahmen brauche ich nicht zu sprechen, insbesondere nicht mit Personen, die mit mir über Anwaltsschreiben kommunizieren”, schrieb der frühere Bundeskanzleramtschef.

Juristen verweisen auf den Bundestagsbeschluss von 2012

In dem zweiseitigen Schreiben verwiesen Anwälte auf einen Bundestagsbeschluss vom 8. November 2012, wonach die Büros des Schröder-Bundestags und vier Mitarbeiter „auf Lebenszeit festgeschrieben“ seien, sagte er. Bei den Mitarbeiterpositionen beansprucht Schröder vier Positionen mit den Gehaltsstufen B6, B3, E14 und E8. Nach Kriegsbeginn hatten die vier ehemaligen Mitarbeiter Schröders fehlende Distanz zu Wladimir Putin kritisiert und eine Versetzung gefordert.

Nachrichten aus dem Regierungsbezirk

Dass sein Amt nun durch einen Beschluss des Haushaltsausschusses vom Mai “ruht” und Personalstellen “abgebaut” werden, sei “illegal und verfassungswidrig”, zitierte Bild aus dem Schreiben. Seine Rechte will der SPD-Politiker aber nicht unbedingt vor Gericht einklagen.

Eine gerichtliche Klärung sei nicht mehr „im Vordergrund“, trotz der mittlerweile nicht mehr hinnehmbaren öffentlichen „Jagd“ auf den Altkanzler. Er würde „sich freuen, die Möglichkeit zu haben, durch Gespräche eine für alle Parteien akzeptable Einigung auf gleicher Augenhöhe“ zu erzielen.

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Schröder steht seit Monaten in der Kritik, trotz Ukraine-Krieg weiter für russische Energiekonzerne zu arbeiten. Einige seiner Veröffentlichungen hat Schröder seitdem aufgegeben. In der SPD wird gegen den Altkanzler ein Parteiordnungsverfahren eingeleitet, das zu seinem Parteiausschluss führen könnte.

Mitte Mai stimmte der Haushaltsausschuss der Schließung des ehemaligen Rektors zu. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 400.000 Euro aus der Staatskasse für Personalkosten in Schröders Büro. Dem ehemaligen Rektor stehen nach der Entscheidung des Gremiums weiterhin Ruhegehalt und Personenschutz zu.

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