Mit Mraz, Rabl-Stadler und Thun-Hohenstein kommt Bewegung, vielleicht sogar Leidenschaft in die Maschinerie der Kulturforen. Noch besser wäre eine radikale Lösung.
Dass ausgerechnet an dieser Stelle etwas Positives an der österreichischen Kulturarbeit im Ausland liegen würde, wer hätte das gedacht. Zufälligerweise hatte sich die Tür zum Österreichischen Kulturforum in Belgrad gerade hinter mir geschlossen, als die Nachricht bekannt wurde, dass Helga Rabl-Stadler künftig als Sonderreferentin für Kultur im Außenministerium arbeiten würde. . Immerhin sind derzeit zwei österreichische Künstler in den zeitgenössischen Kunsträumen der serbischen Hauptstadt vertreten, die man auf einer Seite zählen kann: Erwin Wurm hat im Museum für zeitgenössische Kunst eine große Ausstellung, seine bisher größte, berichtet “Die Presse”. . Norbert Brunner dementiert das relativ kleine Gegenprogramm, das einige seiner Spiegelarbeiten im neuen Künstler-Abgasraum „Funnel“ in einem charmanten, fast griechisch anmutenden Hafenhof ausstellt.
Das Österreichische Kulturforum ist an beiden Ausstellungen beteiligt, und es war interessant, seinen Direktor Adrien Feix kennenzulernen. Es ist das erste Kulturforum in Feix, das er leitet, es wirkt verbunden und interessiert, voller Enthusiasmus wäre übertrieben. Aber das scheint im diplomatischen Dienst ohnehin keine Voraussetzung zu sein, vielleicht nicht einmal eine Auszeichnung; im Bereich der Kulturforen, im Rennsport unbeliebt, abgesehen von New York, sogar eine exotische Rarität. Es wird davon ausgegangen, dass es Regisseure mit einer langen Karriere gibt, die Picasso nicht von Pissarro unterscheiden können und im Allgemeinen dazu neigen, kulturelle Veranstaltungen zu meiden. Es gibt Homepages von Kulturforen wie die in Indien, die ins Leere führen, zumindest wenn man dem Link zur Homepage des Ministeriums folgt. Und dann war da noch der Quereinsteiger Simon Mraz, den muss man bei diesem Thema immer vor den Vorhang holen. Jahrelang hat er in Moskau so spannende Guerilla-Kunstwerke geschaffen, dass er nun als Vorbild dafür dienen muss, was österreichische Kultur im Ausland leisten kann.