Energiegeld auch für Rentner? „Das ist nicht angemessen“, sagt die FDP

Deutschland Stromkostenentlastung

300 Euro Energie auch für Rentner? „Das ist nicht angemessen“, sagt die FDP

Stand: 2:50 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die Forderungen der SPD, auch Rentner in der Energiepauschale von 300 Euro zu berücksichtigen, werden lauter. Für die FDP kommt das aber unter Umständen nicht in Frage. Die Opposition aus Union, AfD und Linkspartei ist dem Thema verschlossen.

Wer in Deutschland Strom verbraucht, zahlt am Ende fast die Hälfte der Gesamtsumme an Steuern und Abgaben. Wer ausfüllt, zahlt sogar mehr als die Hälfte der Rechnungssumme an den Staat. Da die Energiepreise infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine stark gestiegen sind, reagiert die Regierung mit einer Vielzahl von Maßnahmen und Vergünstigungen.

Eines dieser Projekte ist die Energie-Flatrate: Damit sollen Berufstätige im September 300 Euro erhalten, die dann einkommensabhängig versteuert werden müssen. Die übrigen Gruppen erhalten dieses Energiegeld nicht, sondern andere Ausgleichszahlungen: Die Sozialhilfeempfänger erhalten einmalig pauschal 200 Euro; Wohngeldempfänger sollen 270 Euro und BAföG-berechtigte Studierende 230 Euro erhalten.

Rentner und Beamte gehen leer aus. Der Grund ist, dass ihre Renten und Renten zum 1. Juli deutlich steigen.

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Die FDP will sich daher anders als andere Forderungen der Ampelkoalition darauf beschränken, die Energiepauschale auf Arbeitnehmer zu beschränken. „Die Erhöhung der Renten um mehr als 5,3 Prozent im Westen und um mehr als 6,1 Prozent im Osten ab 1. Juli ist dauerhaft und monatlich. Damit wird deutlich, dass die Koalition Rentner nicht hängen lässt, zumal der Spritrabatt, der Neun-Euro-Schein und die vielen anderen Erleichterungen, die die Regierung auf den Weg gebracht hat, für alle gelten. Daher ist eine Verlängerung der Energiepauschale nicht sachgerecht“, sagte der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christoph Meyer WELT.

In der SPD hingegen wird dies anders beurteilt, deutlicher auf Landesebene. Bremens Ministerpräsident Andreas Bovenschulte sagte gegenüber WELT: „Die diesjährige prozentuale deutliche Erhöhung der Renten ersetzt kein Energiegeld.“ Die Steigerungen seien dafür „sehr gering“.

Andreas Bovenschulte im Interview

Überschüssige Gewinnsteuer wegen Krieg?

Auch Kollege Stephan Weil aus Niedersachsen forderte gegenüber der „Bild am Sonntag“ eine Verlängerung: Viele Rentner seien „zu Recht sauer, dass alle Arbeitnehmer eine Energiepauschale von 300 Euro bekommen, aber nichts bekommen“. Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, hatte bereits mehr Entlastungen für Rentner angedeutet.

SPD-Energiepolitikchefin Nina Scheer sagt: „Die wirksamste und nachhaltigste Preisbremse ist der beschleunigte Umstieg auf erneuerbare Energien, denn wir haben eine Preiskrise bei fossilen Brennstoffen.“ Alle Hebel anzulegen, um Preiserhöhungen zu vermeiden, die auf Spekulation zurückzuführen sind und der Gewinnüberschuss “.

Union, AfD und Linke sind derselben Meinung

Der Widerspruch ist auf eine Verlängerung geschlossen. Die Vizefraktion von Vize Jens Spahn (CDU) fordert: „Von der Energieflatrate sollen auch Studenten, Rentner und junge Familien profitieren. Die Kraftstoff- und Heizkosten werden auf absehbare Zeit hoch bleiben. Eine einmalige Gebühr von 300 Euro ist jedenfalls nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

In Inflationsrekordzeiten “muss der Staat die Bürger strukturell entlasten”, sagte Spahn. „Dies gilt insbesondere für Energiekosten und lässt sich am einfachsten durch Steuersenkungen erreichen, die dann länger als drei Monate beantragt werden müssen. Sinnvoll wäre es, die Energiesteuersenkung zu verlängern und auch die Stromsteuer massiv zu senken.“

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René Springer, gesellschaftspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, sagt: . Hartz-IV-Beschäftigte und Leistungsberechtigte können das Entlastungspaket nicht in Anspruch nehmen, solange unsere Rentner völlig vergessen sind.“

Auch Víctor Perli, Sprecher der linken Umverteilungspolitik im Bundestag, spricht sich für eine Ausweitung der Pauschale aus: „Viele Rentner haben auch Angst vor der nächsten Heizkostenabrechnung. Auch die Schlangen vor den Tafeln werden länger, weil viele Renten niedrig sind. Es ist ungerecht, dass Minister und Staatssekretäre Energiegeld erhalten, Rentner aber nicht.“

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