Stand: 12.06.2022 11:22 Uhr
Die deutsche Mannschaft macht gegen Ungarn einen unerwarteten Schritt zurück. DFB-Führungskräfte um Bundestrainer Hansi Flick und Geschäftsführer Oliver Bierhoff sind ernsthaft besorgt.
Ob dies die Folgen einer langen Liga- und Champions-League-Saison sind, bleibt abzuwarten. Oder wenn es noch ein strukturelles Problem innerhalb der deutschen Nationalmannschaft gibt.
Was sich aber sagen lässt: Nach dem 1:1 gegen Ungarn und den drei wenig berauschenden Einsätzen in der Nations League ist zumindest die zuletzt vorherrschende Begeisterung um den neuen Nationaltrainer Hansi Flick zunächst in Enttäuschung umgeschlagen. Drei Unentschieden in Folge (1:1 gegen Italien, 1:1 gegen England) sind nicht das, was sich alle Beteiligten vorher vorgestellt haben. Auch Flick kann die grundlegendsten Probleme der Mannschaft, an denen schon sein Vorgänger Joachim Löw verzweifelte, nicht einfach aus der Welt schaffen.
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grundsätzliche kritik
„Wir haben einfach ohne Überzeugung aufgebaut, wir waren zu langsam, um das Spiel aufzubauen. Wir haben es dem Gegner relativ leicht gemacht, kompakt zu stehen“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff nach dem Spiel in der Puskas-Arena in Budapest.
Und der Trainer versuchte nicht einmal, das Gezeigte zu versüßen. „Was den Ausgang und die Art und Weise angeht, wie wir das Spiel angegangen sind, war für uns ein Rückschritt“, sagte Hansi Flick. Äußerst ermutigende Bewertungen der Verantwortlichen, da sie Schlüsselfiguren und die Herangehensweise ihrer Spieler an den von Flick geforderten Stil kritisieren.
Wir haben einfach ohne Überzeugung gebaut, wir waren zu langsam, um das Spiel zu bauen. Wir haben es dem Konkurrenten relativ einfach gemacht, kompakt zu sein
Oliver Bierhoff, Geschäftsführer des DFB
Konzentrationsschwäche und Positionsfehler
I: Wieder musste die deutsche Mannschaft ein Gegentor hinnehmen. Noch besorgniserregender war jedoch die Tatsache, dass Ungarn – wie zuletzt England – gegen Ende des Spiels die besten Chancen hatte, das Spiel zu gewinnen.
Torhüter Manuel Neuer rettete sein Team erneut vor der Pleite. „Normalerweise läuft bei einem herausragenden Torhüter im Spiel etwas schief. Ich habe es schon oft gesagt, Manu ist ein absoluter Weltklasse-Torhüter und er hat uns heute in Budapest diesen Punkt gerettet, er hat es erwischt. ” . sagte Flick.
Doch nicht nur Konzentrationsschwäche und Stellungsfehler in der DFB-Defensive dürften die Alarmsignale für den Bundestrainer laut werden lassen. Auch im Offensivbereich ist von Beginn des Aufwärmspiels an alles andere als Optimismus angebracht: Spielfreude, Überraschungsmomente oder gar betonte Dribblings blieben aus. Andererseits.
Das Hin- und Herkreuzen bestimmte vor allem das deutsche Spiel. Die Folge: Das Offensivspiel endete früh im Mittelfeld. „Wenn man die Statistik nimmt, glaube ich nicht, dass wir viele Schüsse haben. Wir können viel besser“, sagte Flick.
Kimmich und Goretzka versteckten sich
Von Joshua Kimmich und Leon Goretzka war im Mittelfeld der Abwehr fast nichts zu sehen, sie konnten sich vor den ungarischen Forts einfach nicht durchsetzen. Jamal Musiala versuchte, seine Kraft und harte Arbeit zum Wohle des Teams einzusetzen, aber die Hitze traf ihn hart und er konnte überhaupt nicht mithalten. Aber er konnte auch keinen Akzent setzen.
Und an der Spitze des Angriffs hing der seit Monaten schwache Timo Werner in der Luft. „Ich würde es weitergeben, weil es der Mannschaft total an Überzeugung fehlt. Es stimmt, dass man sich sehr anstrengt und versucht, Druck auf den Gegner auszuüben. Das wird immer geboten. Aber wir haben einfach nicht genug. Torchancen, “, sagte er. Flick und betrachtete sein einziges „Neues“ auf dem Computer.
Neuer will „die Rakete zünden“
Kapitän Manuel Neuer musste den Rest des Spiels von der Seitenlinie aus verfolgen, nachdem er sich in der 40. Minute den Knöchel verstaucht hatte. Seine Ankündigung, dieses Jahr Weltmeister werden zu wollen, muss er spätestens heute Abend aus Budapest hinterfragt haben.
„Heute sehen wir, dass wir noch nicht ganz so weit sind. Wir lernen daraus. Wir haben bereits gegen Italien und England die guten Seiten an uns gesehen. Das müssen wir in das Spiel gegen Italien einfließen lassen. Wir wollen eine Rakete zünden.“ da., sagte der DFB-Kapitän. In seinem Gesicht war keine Überzeugung.