Epidemiealarm in Mariupol: Cholera und Ruhr brechen aus

11.06.2022 14:28 (Akt. 11.06.2022 14:52)

Gemäß dem Bürgermeister wird das Wasser von Mariupol verschmutzt. © REUTERS / Alexander Ermochenko / Archivfoto

Der Bürgermeister von Mariupol warnte vor einem Ausbruch von Cholera und Ruhr in der Hafenstadt. Teile der Wasserversorgung sind verseucht und Sanitäranlagen zerstört.

Obwohl aus der Ostukraine heftige Kämpfe gemeldet werden, sind laut ukrainischen Quellen Epidemien im von Russland besetzten Mariupol ausgebrochen.

Der Bürgermeister warnt vor Cholera und Ruhr in Mariupol

In der südlichen Hafenstadt brechen Cholera und Ruhr aus, sagte Bürgermeister Wadym Boychenko, der nicht in der Stadt ist. „Der Krieg, der mehr als 20.000 Menschen das Leben gekostet hat, wird mit diesen Infektionsausbrüchen in Mariupol leider noch Tausenden das Leben kosten.“

Leichen verrotten auf den Straßen, Wasser verseucht

Verweste Leichen auf den Straßen. Teile der Wasserversorgung sind verseucht und Sanitäranlagen zerstört. Bojchenko forderte die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz auf, Fluchtkorridore einzurichten, damit die Bewohner die vom Krieg weitgehend zerstörte Stadt verlassen könnten.

Die WHO konnte den Ausbruch der Cholera in Mariupol noch nicht bestätigen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die Gefahr eines Cholera-Ausbruchs in Mariupol als hoch ein. „Aber die WHO hat noch keine Meldungen über Verdachtsfälle oder bestätigte Fälle erhalten“, sagte eine Sprecherin in Genf am Samstag.

Die WHO ist nicht in Mariupol, steht aber in engem Kontakt mit lokalen Partnern. Vorsorglich seien Tests und Medikamente bereitgestellt worden, um schnell auf einen möglichen Ausbruch reagieren zu können, sagte die Sprecherin. Es unterstützt auch die ukrainischen Behörden bei der Vorbereitung des Einsatzes von Cholera-Impfstoffen und Aufklärungsmaterialien für die Bevölkerung.

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